Überraschung vor Augen

Als klarer Außenseiter traten die Handballerinnen des TV Oyten beim TV Hannover-Badenstedt an. Viel fehlte nicht, und der TVO wäre mit einem Punkt nach Hause gekommen.



Anna-Lena Meyer (rechts) erzielte für den TV Oyten drei Treffer. (Björn Hake)

Hannover. Bei Marc Winter herrschten durchaus gemischte Gefühle vor. Einerseits war der Trainer der Drittliga-Handballerinnen des TV Oyten glücklich, andererseits war da aber auch ein wenig Trauer. Der Grund: Die „Vampires“ lieferten beim amtierenden Meister der 3. Liga, dem TV Hannover-Badenstedt, nach all den Enttäuschungen aus den Vorwochen eine starke Leistung ab. Allerdings verließen Winter und Co. die Landeshauptstadt mit leeren Händen. Der TVO unterlag bei dem hohen Favoriten nur denkbar knapp mit 29:30 (15:14).

Auf die Frage, ob die Freude über die Leistung oder die Enttäuschung über das Resultat überwog, musste Winter doch ein wenig nachdenken. Ein Zeichen dafür, dass in dem Coach gemischte Gefühle vorherrschten: „Wir ärgern uns schon, dass wir nicht einen Punkt rausgeholt haben. Denn es war möglich.“ Jeweils fünf schwächere Minuten im Abschluss zu Beginn und zum Ende der Partie hätten ein Unentschieden – oder sogar noch mehr – verhindert, schilderte der Coach, der die Handballerinnen aus Oyten aus dem Tabellenkeller der 3. Liga führen soll.

In der Anfangsphase legten die Gäste schnell eine 4:1-Führung hin. Allerdings habe seine Sieben einige Würfe vergeben und einen noch höheren Vorsprung verspielt, meinte Winter. Danach entwickelte sich eine ausgeglichene Begegnung, die in eine spannende Schlussphase mündete. In dieser führte Oyten acht Minuten vor Schluss mit 27:25. Dann ist das passiert, was meist nur Teams aus der unteren Tabellenregion passiert. „Wir treffen zweimal den Innenpfosten“, sagte Winter. Der Tabellendritte nutzte seine Chancen hingegen, glich zunächst aus und lag 70 Sekunden vor dem Schlusspfiff mit einem Tor vorne – 29:28. Dem TVO gelang es nicht mehr, dem Spiel eine erneute Wende zu verpassen.„Wir konnten mit unserem kleinen Kader befreit in die Partie gehen“, nannte Winter einen Grund für die Leistung. „Zudem haben wir gut verteidigt.“ Und das Team hat Selbstvertrauen für das nächste Spiel gesammelt. In diesem empfängt der TVO das Schlusslicht HG OKT. „Die Hoffnung, dass wir unten rauskommen ist da. Die Mädels haben sich nach der Niederlage gesagt: Jetzt erst recht.“

Quelle: Achimer Kurier - Autor: Florian Cordes

01.12.2019, 23:21 Uhr Presseberichte