Der Teamgeist ist das große Plus der „Vampires“

Der Kader des TV Oyten hat sich im Sommer durch die Abgänge wichtiger Spielerinnen verändert. Daher gehen die „Vampires“ auch mit einem zurückhaltenden Ziel in die neue Saison



Jörg Leyens geht davon aus, dass auf den TV Oyten eine schwierige Saison wartet. Als Saisonziel peilen die „Vampires“ einen Mittelfeldplatz an. (Björn Hake)

Oyten. Umbruch – dieses Wort wird gerne benutzt, wenn sich ein Kader nach einer Saison stark verändert. Ausgelöst werden solche Veränderungen meist durch Abgänge. Und die hat es im Sommer beim TV Oyten zur Genüge gegeben. Wichtige Spielerinnen haben den Drittligisten verlassen. Trainer Jörg Leyens spricht daher auch von einem „kleinen Umbruch“ und will die Erwartungen nicht zu hoch ansetzen. In Oyten wäre man schon glücklich damit, wenn am Ende der Saison ein Platz im gesicherten Mittelfeld herausspringt. Was das Team auf jeden Fall vermeiden möchte, ist ein langer, zäher und kräfteraubender Existenzkampf in der 3. Liga.

Allein der Blick auf die Abgänge lässt erahnen, dass die neue Spielzeit für den TVO keine einfache wird. Dem ist sich auch der Coach bewusst. „Wir wissen alle, dass es schwierig wird. Das ist überhaupt keine Frage. Unsere Abgänge müssen wir erst einmal verkraften“, sagt Leyens. Ein Name sticht bei den Abgängen besonders hervor: Denise Engelke. Die Rückraumspielerin, die über viele Jahre die Fäden im Oytener Angriff zog und zudem eine Haupttorschützin war, hat sich zu einem Wechsel in die 2. Bundesliga entschieden. Sie läuft fortan für den SV Werder Bremen auf. Darüber hinaus kann Leyens nicht mehr auf das große Talent Wiebke Meyer zurückgreifen. Sie will ihre Karriere weiter vorantreiben und hat sich ebenfalls einem Zweitligisten angeschlossen – und zwar dem HC Leipzig.Allein diese beiden Spielerinnen haben große Lücken im Kader hinterlassen. Eine weitere ist im Tor entstanden: Bryana Newbern hat nach nur einer Saison ihre Zelte in Oyten wieder abgebrochen. Sie trägt nun ebenfalls das Trikot des SV Werder Bremen. Allerdings gehört sie zum Kader der Reserve, die Teil der Oberliga Nordsee ist. Derzeit steht mit Romina Kahler nur eine Torhüterin im TVO-Kader. Leyens weiß, dass diese Ein-Frau-Besetzung im Kasten alles andere als optimal ist. „Wir sind auch immer noch auf der Suche. Bis wir eine weitere Torhüterin gefunden haben, müssen wir eine andere Regelung finden“, meint Jörg Leyens. „Unser Kader ist klein. Es wird nur mit der Unterstützung aus der zweiten Mannschaften klappen, unsere Ziele zu erreichen.“

Inwiefern er auf die Hilfe der Reserve auf der Torhüter-Position setzen kann, müsse jedoch abgewartet werden, schließlich können die Kandidatinnen altersbedingt nicht beliebig oft zwischen dem Dritt- und dem Oberliga-Team hin und her wechseln. Leyens, der mit dem TVO in seine zweite Saison geht, schenkt seiner einzigen Torhüterin jedoch sehr großes Vertrauen: „In der Vorbereitung hat Romi ihre Sache schon sehr gut gemacht.“

Das gelte auch für die drei Neuzugänge: Untätig war man in Sachen Kaderplanung in Oyten nämlich keineswegs. Mit Emily Winkler und Marie Schote gehören zwei neue Linkshänderinnen zum Team. Außerdem wurde Rückraumspielerin Elisa Führ zu den „Vampires“ gelotst. Durch die drei Spielerinnen sei man im Rückraum variabel aufgestellt. Allerdings warnt Jörg Leyens davor, Wunderdinge von dem Trio zu erwarten: „Es sind junge Spielerinnen, die noch Zeit benötigen. Die drei sind aber auf jeden Fall eine Bereicherung – sowohl menschlich als auch sportlich.“

Neu sind aber nicht nur einige Gesichter im Team, sondern auch die Liga. Nach einem einjährigen Ausflug in die 3. Liga West hat der Deutsche Handballbund die „Vampires“ nun wieder zurück in den Norden beordert. Dadurch trifft der TVO auf einige alte Bekannte – aber genauso auch auf unbekannte Gegner. Gegen diese Konkurrenz kann Jörg Leyens in den ersten Monaten der neuen Saison nicht auf Patricia Lange setzen. Sie kuriert noch eine Knieverletzung aus. „Sie ist eine Spielerin, die uns in der Abwehr fehlen wird“, bedauert Leyens. Er hofft jedoch, dass Lange zur Rückrunde wieder zur Verfügung steht.Bis dahin müssten andere Spielerinnen die Abwehr stärken, die laut Leyens in der Vergangenheit nur selten das Oytener Steckenpferd gewesen ist. Damit dies auch gelingt, hat sich während der Vorbereitung Leyens neuer Co-Trainer Janosch Rosenow intensiv um das Abwehrtraining gekümmert. „Wir haben uns im Trainerteam die Aufgaben ein wenig aufgeteilt“, erklärt Leyens. „Den Spielerinnen muss in der neuen Saison bewusst sein, dass man Spiele auch in der Abwehr gewinnen kann.“

Was eine gute Deckung stets auszeichnet, ist ein großer Zusammenhalt. Und in diesem Bereich sieht Jörg Leyens auch das große Plus beim TV Oyten. „Die Stimmung ist im Team wie immer top. Alle Mädels haben sich gut zusammengefunden.“ Der ausgeprägte Teamgeist ist für Leyens dann auch der entscheidende Grund, optimistisch in die Saison zu gehen – trotz des Umbruchs und der Verluste wichtiger Spielerinnen.

Quelle: Achimer Kurier  -  Autor: Florian Cordes

11.09.2019, 09:28 Uhr Presseberichte