Mäßiges Gesamtfazit, positives eigenes

Wiebke Meyer aus Achim ist mit Platz sieben bei der U17-Europameisterschaft nur bedingt zufrieden. Das gilt aber nicht für ihre Spielzeit

  

Erzielte bei der EM für die Nationalmannschaft ganze 17 Treffer: die Achimerin Wiebke Meyer (am Ball). (Björn Hake)

Achim/Celje. Am Ende haben die U17-Handballerinnen aus Deutschland bei der Europameisterschaft im slowenischen Celje dann doch noch ein gutes Gefühl mit auf die Heimreise genommen. Nach einem 32:22-Sieg gegen Österreich stand für die DHB-Talente um die Achimerin Wiebke Meyer bei den kontinentalen Titelkämpfen Rang sieben zu Buche.

Ein besseres Abschneiden hatte die Mannschaft von Trainer Maik Nowak (Leipzig) in den ersten Partien der Hauptrunde verspielt. Nach Pleiten gegen Frankreich (21:25) und Russland (22:24) war der Traum von einem Podestplatz früh ausgeträumt. Während andere Nationen um die Medaillen kämpfen durften, standen für Wiebke Meyer und ihre Kolleginnen die Platzierungsspiele um die Ränge fünf bis acht auf dem Programm. In diesen sollte mit der 20:28-Pleite gegen Norwegen der Tiefpunkt der EM erst noch folgen. Am Ende, resümierte Maik Nowak, habe man mit dem deutlichen Erfolg gegen Österreich eine Antwort auf die vier Niederlagen in Folge gezeigt. Gegen Österreich habe das Zusammenspiel auf allen Positionen gut funktioniert, lobte der Coach das Mannschaftsgefüge. Auch aus der Sicht von Wiebke Meyer hätten die Tage von Celje etwas besser laufen können: „Rang sieben ist zunächst einmal okay“, blickt die Linkshänderin auf das erste große Turnier ihrer Karriere zurück. Man hätte die Spiele gegen Frankreich oder Russland aber nicht verlieren müssen, befand Meyer. „Deshalb ist Platz sieben dann auch nicht ganz zufriedenstellend.“

Das persönliche Resümee von Wiebke Meyer fällt da deutlich besser aus. „Ich hätte nicht gedacht, dass ich so viele Einsatzzeiten bekomme“, sagt die 17-Jährige. Im rechten Rückraum avancierte Meyer unter Maik Nowak und Co-Trainerin Barbara Hetmanek schnell zur Stammkraft. Auf insgesamt 17 Treffer brachte es die zukünftige Leipzigerin im Turnierverlauf. Im letzten Match gegen Österreich wurden dann aber auch bei Wiebke Meyer die Strapazen einer Europameisterschaft  – sieben Spiele mussten in zwölf Tagen absolviert werden – sichtbar. Mit bandagiertem Knie musste sie über weite Strecken die Begegnung von der Bank aus verfolgen. Europameister wurde schlussendlich  Ungarn durch ein 28:24 im Finale über Schweden, Platz drei ging an Frankreich.

Ein Vorkommnis bei der EM wird Wiebke Meyer indes noch länger im Gedächtnis bleiben. „Wir sind an einem Abend im Fahrstuhl stecken geblieben. Das werde ich bestimmt nicht so schnell vergessen.“ Dennoch war das Turnier in Celje für Meyer der nächste Schritt auf der Karriereleiter. Zum Handball war die Achimerin erst in der D-Jugend beim TV Oyten gekommen. Die Talentsichtungen auf Regionsebene waren da bereits erfolgt. Nachdem die Achimerin in den Spielen der C-Jugend-Landesliga nicht selten zweistellig für den Nachwuchs der „Vampires“ getroffen hatte, wurde Christian Hungerecker – seiner Zeit Landesauswahltrainer für den weiblichen Bereich in Niedersachsen – auf das Ausnahmetalent aus dem Kreis Verden aufmerksam. Dann ging es ganz schnell: Einige Trainingseinheiten mit der Landesauswahl, Anfang 2017 Wahl zur besten Rückraumrechten bei der DHB-Sichtung in Kienbaum und nun, zwei Jahre später, feste Größe in der U17-Nationalmannschaft bei der EM. So liest sich der bemerkenswerte Werdegang von Wiebke Meyer im Zeitraffer.

Zeit zum Durchschnaufen bleibt für sie nicht – im Gegenteil. „An diesem Sonnabend steht der Umzug nach Leipzig an. Am Montag beginnt in Sachsen die Schule, viel Zeit zum Ankommen bleibt nicht“, erläutert  Meyer, die in der Messestadt ein Zimmer in einer Wohnungsgemeinschaft beziehen wird. Sportlich will sich die Gymnasiastin nach einem Jahr in der 3. Liga mit den Frauen des TV Oyten nun beim Zweitliga-Aufsteiger HC Leipzig durchsetzen. Parallel stehen mit der A-Jugend des HC Spiele in der Jugend-Bundesliga auf dem Programm. „Wann die nächste Einladung zur Nationalmannschaft kommen kann, weiß ich gar nicht“, erklärt Wiebke Meyer. Doch sie kommt bestimmt.

Quelle: Achimer Kurier  -  Autor: Jürgen Prütt

14.08.2019, 18:22 Uhr Presseberichte