Die Frische fehlt

Der TV Oyten kassiert gegen den TSV Bayer 04 Leverkusen II eine deutliche Pleite. Diese kam auch deshalb zustande, weil die Gäste individuell besser waren.


Lisa Bormann-Rajes gehörte zu den Aktivposten beim TV Oyten. Aber auch ihr war anzumerken, dass die Saison eine kraftraubende war.

Es war den Handballerinnen des TV Oyten anzumerken, dass die Saison für das Team im Grunde gelaufen ist. Im vorletzten Heimspiel gegen den TSV Bayer 04 Leverkusen II fehlte dem Drittligisten der nötige Biss, um sich gegen die junge Bundesliga-Reserve durchzusetzen. Die Gäste wirkten hingegen frischer. Der 32:24 (15:11)-Erfolg war daher auch in der Höhe verdient für Leverkusen.

„Viel schönzureden gibt es da eigentlich nicht“, musste nach Spielende auch Oytens Trainer Jörg Leyens eingestehen. „Dass Leverkusen vor allem im individuellen Bereich besser war, konnte man nicht übersehen.“ Bei seinen Leistungsträgerinnen – unter anderem Jana Kokot und Lisa Bormann-Rajes – war hingegen deutlich zu erkennen, dass die Saison eine lange und kraftraubende war. „Manche Spielerin geht mittlerweile auf dem Zahnfleisch. Aber dennoch beißen sie sich durch“, lobte Leyens seine Führungsspielerinnen für den gezeigten Einsatz, der aber gegen die zweite Mannschaft von Bayer Leverkusen nicht ausreichen sollte. Hinzu kam dann noch, dass Jörg Leyens im Rückraum kaum Wechselmöglichkeiten hatte. Kurzfristig habe die Linkshänderin Lena Schulz absagen müssen, erklärte Leyens. Zwar steht ihm Franca Jakob nach ihrem langen Auslandsaufenthalt wieder zur Verfügung, doch sie ist nun einmal eine Außenspielerin. Sie traf bei ihrem Comeback zweimal. Allerdings war die Partie da schon längst entschieden.Kurze Aufholjagd des TVOIn der ersten Halbzeit hielten die Gastgeberinnen hingegen sehr lange mit. Oyten und Leverkusen begegneten sich auf Augenhöhe. Die Führung wechselte ständig. Kurz vor dem Ende des ersten Abschnitts zog der Gast aber das Tempo an und führte beim Pausenpfiff mit vier Toren – 15:11. Nach dem Seitenwechsel traf Leverkusen recht schnell zweimal in Folge, sodass Oyten plötzlich einem Sechs-Tore-Rückstand hinterherlaufen musste. In dieser Saison war es dem Team schon häufig gelungen, solche Spiele noch umzubiegen. Doch diesmal sollte es nicht klappen. Zwar keimte noch einmal kurz Hoffnung auf, als Wiebke Meyer zum 16:19 (39.) getroffen hatte, doch zu mehr sollte es nicht reichen. Sechs Minuten später lag die Bayer-Reserve wieder mit sechs Treffern vorne und baute diese Führung in der Folge munter aus. „Bei uns kam heute vieles zusammen. Auch unsere Fehlerquote war zu hoch. Zudem fehlte die nötige Konzentration im Abschluss“, urteilte Leyens. Da half es den „Vampires“ auch nicht, dass die beiden Torhüterinnen Romina Kahler und Bryana Newbern einmal mehr einen guten Tag erwischt hatten. Überhaupt lag das größere Problem im Angriff. Die Leyens-Sieben kam mit der offensiven Deckung der Gäste nicht wirklich zurecht. „Die Leverkusenerinnen waren in der Abwehr sehr beweglich und haben gut gedeckt. Das hat uns den Schwung genommen“, sagte Leyens, der mit dem TV Oyten in der Tabelle weiterhin auf Rang vier steht – punktgleich mit dem jüngsten Gegner.

Entnommen aus:
Achimer Kurier - Autor: Florian Cordes

08.04.2019, 08:26 Uhr Presseberichte