Wiebke Meyer glänzt mit einer Gala

Zehn Tore bei Oytens 28:25-Sieg gegen Fritzlar

Oyten - Von Ulf Von Der Eltz. Bescheidenheit ist ihre Zier - kein Wunder mit erst 16 Jahren. „Der Schlüssel zum Sieg war wieder unser Teamgeist. Wir haben nie aufgegeben und immer zusammen gekämpft.“ Wiebke Meyer, am Sonntag mit zehn Treffern und einer ungeheuer starken zweiten Halbzeit Matchwinnerin beim 28:25 (14:13) des TV Oyten über SV Germania Fritzlar, stellte das Kollektiv in den Vordergrund. Sicher, mit einer kollektiven Willensleistung rangen die Vampires den Gast im Verfolgerduell der 3. Handball-Liga verdient nieder und machten das Titelrennen spannender denn je - aber die Gala der halbrechten Rückraumspielerin war letztlich das entscheidende Steinchen im Erfolgs-Mosaik. Ein Sonderlob konnte sich denn auch Trainer Jörg Leyens nicht verkneifen: „Wie Wiebke vor allem bei den Siebenmetern Verantwortung übernommen und verwandelt hat, war schon sehr, sehr abgeklärt.“ Fünfmal trat das Ausnahmetalent an die Linie, fünfmal zappelte der Ball im Netz. Darüber hinaus fünf blitzsaubere Tore aus dem Feld - Wiebke Meyer brachte die Halle zu Toben: „Die Strafwürfe sind mir tatsächlich super gelungen. Aber es war insgesamt meine bisherige Top-Leistung bei den Damen. Ich weiß auch nicht, was ich am Morgen gegessen habe, dass es so lief“, konnte Oytens Beste dann doch ihren Stolz nicht verbergen. Vielleicht war es die Konstellation: „So ein Top-Spiel spornt einen immer besonders an.“Das sahen offensichtlich die Teamkolleginnen nicht anders. Nach holprigem Start und einem 6:9 (7.) schmetterte Leyens die grüne Karte auf den Zeitnehmertisch. Mit einer taktischen Umstellung half er seinen Schützlingen auf den richtigen Weg: Jana Kokot wechselte aus dem Rückraum für Patricia Lange in die Kreismitte, Lisa Goldschmidt übernahm fortan die Regie aus der zweiten Reihe. Denise Engelke rückte aus der 6:0-Abwehr nach vorne, Romina Kahler hielt wichtige Bälle - und so wurde aus dem Rückstand eine 14:13-Pausenführung.Im zweiten Abschnitt kam Fritzlar zunächst beim 17:17 (38.) zum Ausgleich. Es sollte sich ein Krimi entwickeln, in dem Oyten immer vorlegte und der Tabellenzweite immer egalisierte. Selbst eine mehrmalige Zwei-Tore-Führung konnten die Vampires nicht entscheidend nutzen. Als Lena Schulz beim 25:24 von Außen scheiterte und Xenia Arend im Gegenzug ausglich (57.), drohte die Wende. Aber in Überzahl gelang der starken Lea Bertram das wichtige 26:25, dem - na klar - Wiebke Meyer das siegbringende 27:25 folgen ließ (59.). Mit dem Schlusspfiff besorgte Kokot den Endstand. Gehörigen Anteil hatte auch Bryana Newbern, die in der Schlussphase mehrfach parierte. So durfte Jörg Leyens trotz einiger technischer Fehler und vergebener Chancen stolz auf seine Truppe sein: „Erste Sahne, wie wir das Ding mit Willensstärke und Qualität gewonnen haben.“ Schließlich hatten die Gastgeberinnen kurzfristig auf die stark erkältete Lisa Bormann-Rajes verzichten müssen.TV Oyten Vampires: Kahler, Newbern - W. Meyer (10/5), Goldschmidt, Engelke (8/2), Bertram (4), Bormann-Rajes (n.e.), Otten (n.e.), Kokot (5/1), Schulz, A.-L. Meyer (n.e.), Lange (1).Entnommen aus: Kreiszeitung

11.02.2019, 11:31 Uhr Presseberichte