TV Oyten quält sich zum Sieg

Der Spitzenreiter der Verbandsliga gewinnt gegen Eyendorf, überzeugt aber nur selten


Noah Dreyer (am Ball) sorgte für einen der wenigen Höhepunkte des Spiels. Allerdings war dieser kein Tor. (Foto:Björn Hake)

Noah Dreyer zögerte nicht lange. Einen Freiwurf am eigenen Kreis führte der Rückraumspieler des TV Oyten schnell aus – und nicht nur das: Dreyer warf den Ball quer über das gesamte Spielfeld und fand mit seinem strammen Pass Mattis Brüns. Dieser wiederum traf im Heimspiel gegen den MTV Eyendorf zum zwischenzeitlichen 23:18. Die Szene war jedoch eine der ganz wenigen Höhepunkte des Spiels. Zwar gewann der Spitzenreiter der Handball-Verbandsliga gegen den MTV mit 32:31 (16:12), doch das knappe Resultat zeigt: Der TVO quälte sich mehr oder weniger zum Erfolg.

Immerhin: Durch den Sieg hat der Tabellenführer seine Durststrecke beendet. Denn vor dem Erfolg gegen Eyendorf – dieser musste zwingend eingefahren werden, will der TVO in der neuen Saison in der Oberliga antreten – hatte das Team vier Spiele in Serie nicht gewonnen. „Das war es dann aber auch. Über alles andere müssen wir noch einmal sprechen“, sagte Oytens Coach Lars Müller-Dormann. Seine Worte zeigten, dass er und sein Trainerkollege Marc Winter mit dem Auftritt des Teams nicht einverstanden waren.

Schwache Siebenmeterquote

Die Anzahl der erzielten Treffer kann sich zwar sehen lassen, allerdings hätte der Tabellenführer die 40-Tore-Marke problemlos knacken können. Dafür ließ die Sieben der Trainer Winter/Müller-Dormann aber zu viele Chancen liegen. „Allein bei den Siebenmetern haben wir eine Trefferquote von nicht einmal 50 Prozent“, nannte Marc Winter einen Punkt, der am Sonnabend so überhaupt nicht passen wollte. Sieben Strafwürfe wurden den Gastgeber zugesprochen, lediglich zwei wurden verwandelt. Allein vier Siebenmeter vergab Noah Dreyer, der vom Strich eigentlich sehr sicher ist.

Seinen einzigen Treffer per Siebenmeter markierte Dreyer in der achten Spielminute. Er glich zum 5:5 aus. In der Folge entwickelte sich das Spiel so, wie es im Vorfeld zu erwarten war: Denn der Tabellenführer setzte sich gegen den Elften des Klassements ab. Mitte des ersten Durchgangs lagen die Gastgeber erstmals mit fünf Toren in Führung. Robin Hencken hatte zum 11:6 getroffen. In der Folge geriet das Spiel des TV Oyten allerdings ins Stocken. Das Team versäumte es, seine Führung weiter zu vergrößern. Eyendorf blieb dran – und das über die gesamte restliche Spielzeit. Allerdings kamen die Gäste auch nicht mehr entscheidend heran. Denn der TVO fand dann trotz der durchwachsenen Leistung immer eine Antwort, wenn das Spiel doch noch hätte spannend werden können.

Dass sich der TVO schlussendlich aber zum Sieg quälte, zeigte sich in der Schlussphase. Mattis Brüns markierte rund sieben Minuten vor dem Abpfiff Oytens letzten Treffer – 32:27. Es reichte für den Spitzenreiter final zum Sieg, weil Eyendorf seine Aufholjagd zu spät startete.

Mit Blick auf die letzten sieben Saisonspiele, die noch auf den TV Oyten warten, sprach Marc Winter warnende Worte aus: „Mit so einer Leistung wie heute wird es schwierig. Wenn wir so weiterspielen, gewinnen wir nicht mehr allzu viele Spiele und verdaddeln unseren Vorsprung noch.“ Zumal das Restprogramm des TVO keineswegs einfach ist: In vier Spielen müssen die Oytener gegen Teams ran, die sich aktuell unter den Top fünf der Verbandsliga befinden.  

Quelle: Achimer Kurier  -  Autor: Florian Cordes

09.05.2022, 08:00 Uhr Presseberichte