Offensiver Offenbarungseid

Drittliga-Frauen präsentieren sich gegen den VfL Oldenburg II im Angriff in einem schlechten Zustand


Eine große Enttäuschung herrschte am Sonntag bei den Drittliga-Handballerinnen des TV Oyten. (Foto: Björn Hake)

Eine schwache Trefferquote, teils haarsträubende Abspielfehler, technische Fehler und etliche falsche Entscheidungen – die Drittliga-Frauen des TV Oyten zeigten am Sonntag im Derby gegen den VfL Oldenburg II die komplette Bandbreite, wie ein Handballspiel nicht gewonnen wird. Laut TVO-Trainer Marc Winter war es in der Offensive ein Offenbarungseid seiner Sieben. Folgerichtig verloren die „Vampires“ das Heimspiel – und zwar mit 16:23 (6:11).

Vier Spiele haben die Oytenerinnen nun in der Saison 2021/2022 hinter sich. Der Angriff hat bisher in keiner Partie überzeugt. Auch deshalb stehen einem Sieg drei Niederlagen gegenüber. Marc Winter zog nach der Derby-Pleite ein erstes kleines Fazit – und das hatte es durchaus in sich: „Vorne haben wir kein Drittliga-Niveau. Das kann man nach vier Spielen wohl sagen. Und ich weiß, dass die Offensive mein Aufgabenbereich ist.“ Dass es im Angriff beim TV Oyten noch gewaltig hakt, zeigt auch die Anzahl der Tore, die dem Team in 240 Minuten gelungen sind. Lediglich 85-mal trafen die „Vampires“ bisher in der Saison 2021/2022. Dem stehen 103 Gegentore gegenüber.

Romina Kahler beste Spielerin

Letzterer Wert ist ein guter. Auch gegen den VfL Oldenburg II stand die Deckung nicht allzu schlecht. Zudem war es die zurückgekehrte Romina Kahler, die als Keeperin viele starke Paraden zeigte und ihr Team deshalb lange Zeit im Spiel hielt. Kahler kam nach rund zehn Minuten für Fenja Hassing aufs Feld. Zu diesem Zeitpunkt betrug der Rückstand für die Gastgeberinnen bereits fünf Tore – 1:6. In der Folge kassierten die Oytenerinnen nur noch wenige Gegentore.

Eine wirkliche Aufholjagd starteten sie aber auch nicht: Als die Bundesliga-Reserve von der Hunte ihr achtes Tor erzielte, hatte der TVO selbst erst fünfmal getroffen. Zwei der fünf Tore fielen für Oyten nach Abprallern, eines resultierte aus einem verwandelten Siebenmeter von Jasmin Johannesmann, zudem traf Emily Winkler mit einem Verzweiflungswurf. Treffer Nummer fünf ging auf das Konto von Lena Janssens. Das sechste und letzte TVO-Tor vor dem Seitenwechsel markierte Johannesmann.

Zur Pause wusste jeder in der Pestalozzihalle, dass die Winter-Sieben eine gewaltige Leistungssteigerung in der Offensive benötigte, um das Spiel noch zu drehen. Ziemlich schnell sollte sich aber zeigen, dass es dazu nicht kommen würde. Der Angriff der Gastgeberinnen blieb das große Problem an diesem Sonntagnachmittag. Einzig durch die Paraden von Kahler blieben die Oytenerinnen in Schlagdistanz – wenn auch nur gefühlt. Die endgültig entscheidende Phase wurde zehn Minuten vor dem Abpfiff eingeläutet. Der VfL Oldenburg II – mit der Ex-Oytenerin Elisa Führ in seinen Reihen – machte aus einem 19:13 ein 22:13. Das Spiel war für die gastgebenden „Vampires“ damit endgültig verloren.

Für Marc Winter war es schon fast rätselhaft, warum sein Team offensiv zum wiederholten Male einen solch schwachen Eindruck gemacht hat: „Beim Aufwärmen machen die Mädels jedes Ding rein.“ Exemplarisch nannte er Rückraumspielerin Lotta Heinrich, die vor der Begegnung beim Einwerfen beliebig getroffen habe, im Spiel selbst aber auf nur zwei Treffer kam. „Wir geben dem Team die taktischen Mittel an die Hand. Aber diese werden dann nicht umgesetzt“, monierte Marc Winter, der mit dem TV Oyten nun auf den vorletzten Tabellenrang der Staffel A abgerutscht ist.

Quelle: Achimer Kurier  -  Autor: Florian Cordes
 

11.10.2021, 08:03 Uhr Presseberichte