Um eine Erfahrung reicher

TV Oyten II kassiert in der zweiten Runde des DHB-Pokals der Frauen die erwartete Niederlage gegen Rosengarten


Tony Schluroff (am Ball) brachte den TV Oyten II in der Anfangsphase des Pokalspiels mit 2:1 in Führung. (Foto: Björn Hake)

Mit den Handball-Luchsen Buchholz 08-Rosengarten war am Sonnabend in der zweiten Runde des DHB-Pokals der Frauen ein Team aus der 1. Bundesliga beim TV Oyten II zu Gast. Gegen den haushohen Favoriten aus dem Landkreis Harburg führte die von Kai Flathmann trainierte Zweitvertretung der „Vampires“ in der fünften Spielminute mit 2:1. Danach dominierten die Luchse die Partie und kamen letztlich zu  einem standesgemäßen 47:12 (22:8)-Sieg. Nach rund zehn Minuten hatte der TV Oyten II bereits fünf seiner acht Tore vor der Pause erzielt.

„Wenn es gegen einen Gegner aus der vierten Liga geht“, hatte Luchse-Coach Dubravko Prelcec im Vorfeld der Partie erklärt , „dann müssen wir die Rolle des klaren Favoriten annehmen. Wir werden uns seriös auf diese Partie vorbereiten und den TV Oyten II nicht auf die leichte Schulter nehmen.“ Ob nun seriös vorbereitet oder nicht – der krasse Außenseiter aus der Oberliga Niedersachsen spielte zunächst unbekümmert mit. Die Partie war in der dritten Minute angekommen, da gelang Tony Schluroff unter dem Jubel der etwa 150 Zuschauer mit einem Wurf links oben den Winkel das 1:1. Zuvor hatte Sarah Lamp die Gäste in Führung gebracht. Wenig später leuchtete sogar eine 2:1-Führung für die „Vampires“ von der Anzeigetafel. Erneut hatte der Neuzugang vom SV Werder Bremen getroffen. Wieder schlug der Ball links im Tor der Luchse ein.

Carlotta Hohaus mit zwölf Paraden

In der Folge hielten Schluroff mit ihrem dritten Treffer zum 4:5 (8.) und Sarah Kennerth – Oytens junge Linkshänderin traf in Minute elf zum 5:7 – die Heimmannschaft im Spiel. Ihren Anteil am ordentlichen Start der Gastgeberinnen hatte auch Carlotta Hohaus. Bis zum 5:8 durch Gäste-Linksaußen Alexia Hauf wurden für Oytens Keeperin bereits drei Paraden notiert. Am Ende waren es zwölf.

Selber 20 Tore erzielen und keine 40 bekommen. Mit diesem Ziel war der TV Oyten II in das Match gegangen. Bis zum Spielstand von 5:12 in der 19. Spielminute hatte die Flathmann-Sieben die Vorgabe noch nicht aus den Augen verloren. Das sollte sich im weiteren Verlauf der Begegnung allerdings ändern: Nahezu jeden Fehler der Drittliga-Reserve nutzen die Luchse fortan zu Kontern. Ballgewinn, Pass in die erste Welle auf die pfeilschnelle Alexia Hauf, Tor – die Treffer bis zum 15:5 aus Sicht der Gäste fielen allesamt nach dem gleichen Muster. Mareike Schlegel und Marie Schote zeichneten für die letzten beiden Tore des TV Oyten II in Hälfte eins verantwortlich.

Die Geschichte der zweiten Halbzeit ist schnell erzählt. Den Fuß vom Gas nehmen und den Vorsprung verwalten – das war für den kroatischen Coach der Gäste und seine Spielerinnen keine Option. Mit einem 11:0-Lauf erhöhte der Rangzwölfte der Bundesliga nach Wiederanpfiff auf 33:8 (42.). Dann durfte auch der TV Oyten II mal wieder ran, und zwar in Person von Lisa Marie Gerling. Von Linksaußen traf die ehemalige Intschederin zum 9:33 und 10:33. Am Ende waren es dann 35 Tore Unterschied. „Die Luchse haben uns und den Zuschauern heute klar den Unterschied zwischen Liga eins und Liga vier aufgezeigt“, stellte Kai Flathmann nach dem Schlusspfiff fest. Trotz des deutlichen Resultats sei es eine tolle Erfahrung gegen einen sympathischen Gegner gewesen.

Freude am Auftritt seiner Mannschaft dürfte auch Dubravko Prelcec gehabt haben. Seine in diesen Wochen durch viele verletzungsbedingte Ausfälle gebeutelte Truppe hatte die Pflichtaufgabe souverän gemeistert, zudem gab es vor dem Kellerduell in der Bundesliga bei der HSG Bad Wildungen Vipers keine weitere verletze Spielerin zu beklagen. 

Derweil darf sich der TV Oyten II damit trösten, dass es in der 2. Pokal-Runde noch höhere Ergebnisse gab. So gewann Meister Borussia Dortmund beim Hamburger Fünftligisten TH Eilbeck mit 60:13. Kaum weniger deutlich machte es die Sport-Union Neckarsulm beim 51:17 gegen den saarländischen Drittligisten HSG Marpingen-SC Alsweiler.

Quelle: Achimer Kurier  -  Autor: Jürgen Prütt

04.10.2021, 07:09 Uhr Presseberichte