Marc Winter: „Das wird eine Wundertüte“

Mit der Partie beim Buxtehuder SV II beginnt die neue Saison für die Damen des Handball-Drittligisten TV Oyten Vampires. Für Marc Winter kann alles passieren. Nicht von ungefähr spricht der TVO-Trainer dann im Vorfeld auch von einer Wundertüte.

Sorgen für jede Menge Qualität im Kader des Handball-Drittligisten TV Oyten Vampires: Die Neuzugänge Laura Sposato, Kathleen Hertel, Lena Janssens, Madita Woltemade (von links). Es fehlt: Lotta Heinrich. (Foto: Lakemann)

Die Generalprobe des Handball-Drittligisten TV Oyten Vampires ging daneben. Im abschließenden Testspiel vor dem Saisonauftakt am Sonnabend beim Buxtehuder SV II setzte es eine 21:25-Niederlage gegen Drittliga-Aufsteiger Lit 1912 Tribe.

„Diese Saison wird für mich eine echte Wundertüte. Aber wir verfügen über einen ausgeglichenen Kader und sind auf jeder Position gut besetzt. Als Ziel haben wir uns mindestens Platz sechs gesetzt. Mal gucken, ob wir das erreichen können“, verdeutlicht Marc Winter, der weiterhin mit Lars Müller-Dormann als Trainerduo für den Drittligisten verantwortlich zeichnet. Sollte es nicht gelingen, hätte das zur Folge, dass die Vampires in die Abstiegsrunde müssen. Und das soll natürlich auf jeden Fall vermieden werden. Da die vergangene Saison aufgrund der Corona-Pandemie abgebrochen werden musste und es keine Absteiger gegeben hat, wetteifern dieses Mal 74 Teams um Punkte. Bereits zur nächsten Saison soll diese Zahl auf 60 reduziert werden, ehe dann 2023/24 die Regelstärke von 48 Teams erreicht werden soll.

Auf Romina Kahler war in den vergangenen Jahren immer Verlass: Die Torhüterin zählt zweifelsohne zu den stärksten Keeperinnen der Liga. (Foto: Lakemann)

Allein vor dieser Spielzeit musste der TVO gleich fünf Weggänge verkraften. Winter geht sogar noch einen Schritt weiter: „Insgesamt waren es sogar zwölf in den vergangenen beiden Serien. Da ist schon einiges an Potenzial von Bord gegangen.“ Allerdings ist auch reichlich Qualität dazugekommen. Dabei bediente sich der TVO vornehmlich am Feinschmeckerregal des Zweitligisten SV Werder Bremen. Von der Neuausrichtung der Grün-Weißen waren mit Lena Janssens, Lotta Heinrich, Laura Sposato sowie Kathleen Hertes sowohl Akteure aus dem Bundesligateam als auch aus der Reserve des SVW betroffen, die allesamt beim TV Oyten eine neue sportliche Heimat fanden. Die einzige Ausnahme bildete Madita Woltemade, die vom Landesligisten SG Findorff den Weg zum Flaggschiff des Landkreises Verden fand. Dazu kommt die technisch versierte Linkshänderin Ashley Butler, die bis zum Jahresende aufgrund beruflicher Verpflichtungen nicht zur Verfügung steht und erst Anfang des kommenden Jahres wieder zurück in Oyten ist.

Defensive steht schon ganz gut. An den Umschaltsituationen gilt es zu arbeiten.

„Unsere Defensive steht schon ganz gut. Allerdings gilt es noch an den Umschaltsituationen zu arbeiten. Doch wir haben in allen Bereichen noch Luft nach oben“, stellt Abwehrspezialist Müller-Dormann fest. Besser geworden sei die Variabilität aus der zweiten Reihe, da die Spielerinnen deutlich an ihren Wurfbildern gearbeitet haben. „Auch wenn wir Spielerinnen verloren haben. Verschlechtert haben wir uns sicher nicht“, lässt der 46-Jährige wissen.

TVO-Trainer Marc Winter weiß die sportlichen Qualitäten von Anna Lena Meyer, die in der zweiten Reihe vielseitig einsetzbar ist, zu schätzen. (Foto: Lakemann)

Eine verlässliche Größe ist dabei Anna-Lena Meyer, die bereits seit über zehn Jahren im Verein ist. Die 1,73 Meter große und technisch versierte Rechtshänderin sieht ihre Stärken in den 1:1-Situationen und in der Flexibilität. „Hätten wir diese Handballtugenden nicht drauf, würden wir wohl kaum in der Liga spielen. Dass ich auf allen Positionen im Rückraum einsetzbar bin, ist gleichermaßen Fluch und Segen“, gibt die 25-Jährige zu verstehen. Denn auch ihre beiden Trainer schätzen die großen Qualitäten der Allrounderin und wissen, was sie an der Sympathieträgerin aus Intschede haben. Aber das gilt auch für alle anderen im Team der Vampires. Denn eines ist allen klar. Wenn das Saisonziel erreicht werden soll, müssen alle an einem Strang ziehen. Denn letztlich geht es nur gemeinsam.

Stenogramm
Trainer: Marc Winter
Co-Trainer: Lars Müller-Dormann
Teamarzt: Dr. Matthias Muschol
Physiotherapeutin: Ann-Kathrin Abbes
Team-Manager: Florian Wodarz
Torwarttrainer: Sören Böttcher
Neuzugänge:
Madita Woltemade (SG Findorff), Laura Sposato, Kathleen Hertes (beide SV Werder Bremen I), Lena Janssens, Lotta Heinrich (beide SV Werder Bremen II)
Weggänge:
Franca Jakob, Lea Bertam, Lena Schulz (alle Handballpause), Mirja Meinke (TuS Komet Arsten), Elisa Führ (VfL Oldenburg II)
Restkader:
Romina Kahler, Theresa Beet, Fenja Hassing; Tabea Webner, Anna Lena Meyer, Ashley Butler, Pia Franke, Nathalie Meinke, Jana Stoffel, Julia Reinefeld, Isabel Schengalz, Emily Winkler, Sabine Peek, Jasmin Johannesmann
Saisonziel: Mindestens Platz sechs

Quelle: Kreiszeitung - Autor: Björn Lakemann

01.09.2021, 05:35 Uhr Presseberichte