Robin Hencken hat sich beim TV Oyten in den Vordergrund gespielt

Junge Wilde: Robin Hencken überzeugt beim Handball-Verbandsligisten TV Oyten auf seiner Lieblingsposition

Robin Hencken ist ein echtes Eigengewächs des Verbandsligisten TV Oyten. Der junge Handballer überzeugt im Herrenbereich, was nicht nur daran liegt, dass er auf seiner Lieblingsposition spielen darf.

Satte 127-mal hat Robin Hencken (am Ball) in der vergangenen Saison eingenetzt. Der Youngster hatte damit einen großen Anteil am Aufstieg in die Verbandsliga. (Björn Hake)

Fast neun Monate ist es her, dass die Handballer des TV Oyten am 7. März mit einem 29:25 bei der SG Arbergen-Mahndorf Platz eins in der Landesliga verteidigten. Die Partie beim Nachbarschaftsrivalen aus dem Bremer Osten war die letzte für die „Vampires“ in der Saison 2019/20. Mit dem siebten seiner insgesamt zehn Tore hatte Robin Hencken die Gäste Mitte der zweiten Halbzeit mit 21:20 in Führung geworfen, diese gab der Spitzenreiter in der Folge nicht mehr her. Wenige Tage später wurde die Saison vom Verband zunächst unterbrochen und später für beendet erklärt. Absteiger gab es keine, nur Aufsteiger. Dem TV Oyten wurde der Titel und damit verbundene Aufstieg in die Verbandsliga anhand der sogenannten Quotientenregelung zugesprochen. Hencken avancierte im Team der Trainer Lars Müller-Dormann und Marc Winter zum Top-Torschützen. Mit 127 Toren in 18 Spielen hatte der Youngster in seinem ersten Jahr bei den Herren keinen geringen Anteil am Aufstieg.

„Ich bin endlich einmal ohne Verletzungen durch eine Saison gekommen“, blickt Robin Hencken zurück. Platz eins bis vier – dieses Ziel hatte Coach Lars Müller-Dormann vor der Spielzeit ausgegeben. Wie Robin Hencken verrät, habe man intern aber schon mit dem Aufstieg liebäugelt. „Wir mussten, dass die Qualität im Kader stimmt. Hätte es nicht geklappt, dann wäre die Enttäuschung bei einigen schon recht groß gewesen.“ Der TV Oyten hatte sich mit der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg und dem TV Schiffdorf einen Dreikampf um den Titel geliefert. Zwei Zähler betrug der Vorsprung beim Abbruch der Saison auf die HSG Grüppenbühren/Bookholzberg.

Goldener 2000er-Jahrgang

Robin Hencken gehört beim TV Oyten zum „goldenen Jahrgang“ 2000. Der Mann mit der Nummer elf auf dem Trikot ist ein waschechtes Eigengewächs. Gemeinsam mit Mattis Brüns, Kilian Tiller, Timo Blau und dem inzwischen in der 3. Liga für den TV Cloppenburg auflaufenden Max Borchert begann der Rechtshänder beim TVO in den Minis mit dem Handball. Kreismeister und Niedersachsenmeister im Beachhandball in der D-Jugend, Dritter bei den Landesmeisterschaften in der C-Jugend in der Halle, im ersten A-Jugendjahr Aufstieg in die Bundesliga – das sind nur einige Meilensteine der noch jungen Karriere. Obwohl Robin Hencken in den Jugendjahren keinen geringen Anteil an den Erfolgen hatte, war er quasi eine Art Schattenmann. In den Vordergrund spielten sich Mannschaftskameraden wie Noah Dreyer, Max Borchert, Chris Ole Brandt oder Mohamed Sibahi. Das sollte sich nach dem Wechsel zu den Männern schlagartig ändern. Beim Abbruch der Spielzeit stand Robin Hencken auf Platz drei der Landesliga-Torschützenliste. „Nachdem ich in der Jugend zuletzt oft als Allrounder unterwegs war, durfte ich bei den Herren wieder auf meiner Lieblingsposition im linken Rückraum spielen“, liefert Robin Hencken die Erklärung.

In der neuen Liga müsse man sich erst einmal zurechtfinden, sagt der 20-Jährige. Die Gegner aus der Landesliga kenne man inzwischen gut und gegen einige Oberligisten habe man des Öfteren Trainingsspiele absolviert. Die Verbandsliga sei nun aber recht unbekanntes Terrain. Das erste und bisher einige Spiel in der neuen Liga ging für den Aufsteiger am 3. Oktober dann auch prompt verloren. 25:26 hieß es am Ende gegen dem MTV Eyendorf. „Abgezockter“, urteilt Robin Hencken, habe sich der Kontrahent aus dem Landkreis Harburg bei seinem Gastspiel in der Pestalozzihalle präsentiert. Mit einer Rückkehr in die Halle rechnet Robin Hencken in diesem Jahr nicht mehr. Beim TV Oyten schätzt er den Umgang zwischen alt und jung. „In beide Richtungen ist der Respekt vorhanden.“

Seine Stärken sieht Robin Hencken in der Abwehr und dort besonders das Zusammenspiel mit Timo Blau sowie das Tempospiel nach vorne. Zu verbessern gebe es aber noch einiges. Im Angriff müsse er variabler werden, sagt er. Für Lars Müller-Dormann bringt Robin Hencken einiges für einen starken Rückraumlinken mit. Der Trainer aus Bremen lobt sei seinem Schützling die große Dynamik und das Spiel über den Kreis. Letzteres würde er ab und an jedoch noch übertreiben, findet Lars Müller-Dormann.

An einen Wechsel zu einem anderen Verein hat Robin Hencken bisher keine Gedanken verschwendet. Mit den Trainern habe es in Oyten bisher immer gut gepasst, zudem sei in der Oytener Truppe noch einiges an Potenzial vorhanden, nennt er Gründe. Ein anderer ist die Bodenständigkeit. Kurze Wege mit dem Fahrrad zur Arbeit und zur Halle, das passt. Nach dem Abitur hat Robin Hencken in seinem Wohnort eine Ausbildung zum Steuerfachangestellten begonnen. Nach der Ausbildung kann er sich ein berufsbegleitendes Studium vorstellen.  Wenn es die Zeit zulässt, dann verdient er sich ein paar Euro mit Pkw-Überführungsfahrten oder als Stromableser dazu. „Ich muss etwas um die Ohren haben“, sagt Robin Hencken mit einem Augenzwinkern.

Seine Zukunft sieht Robin Hencken aktuell bei den „Vampires.“ Mit dem TV Oyten noch einmal den Sprung in die Oberliga schaffen und dort dann Seite an Seite mit seinem jüngeren Bruder Marlon auflaufen –  das wäre ein schönes Ziel. „Wir liegen ziemlich genau drei Jahre auseinander, weswegen es in der Jugend nie geklappt hat“, hofft Robin Hencken in spätestens zwei Jahren auf die sportliche Familienzusammenführung bei den Männern.


Quelle: Achimer Kurier - Autor: Jürgen Prütt

01.12.2020, 06:48 Uhr Presseberichte