Spannendes Duell unter Nachbarn

Der TV Oyten hat für ein Blitzturnier die SG Achim/Baden und die HSG Nienburg zu Gast. Ursprünglich sollten sogar fünf Teams in der Pestalozzihalle antreten.


Marvin Pfeiffer gewann mit der SG Achim/Baden die Partie gegen den TV Oyten. Der Vergleich mit der HSG Nienburg endete für Pfeiffer und Co. mit einem Remis. (Björn Hake)

Der Verbandsliga-Aufsteiger TV Oyten bleibt in der Vorbereitung auf die kommende Handball-Saison weiter sieglos. In eigener Halle musste sich die Sieben der Trainer Lars Müller-Dormann und Marc Winter der HSG Nienburg und der SG Achim/Baden geschlagen geben. Gegen Nienburg setzte es für die „Vampires“ ein 25:32, die Partie gegen die SG Achim/Baden ging mit 27:30 verloren. Keinen Sieger gab es in der Dreierrunde im Duell der beiden Oberligisten. 25:25 endete der Vergleich zwischen der HSG Nienburg  und der von Tobias Naumann trainierten SG.

Achims Trainer zeigte sich nach den beiden Spielen über die volle Distanz in der Oytener Pestalozzihalle einverstanden mit dem Auftritten seiner Mannschaft. Er habe Fortschritte gegenüber der deutlichen Niederlage gegen die HSG Delmenhorst gesehen, sagte Naumann. Mit 21:34 hatte die SG ihren ersten Wettkampf nach der Corona-Zwangspause verloren. Nach dem Unentschieden gegen Nienburg seien die Beine seiner Spieler im zweiten Spiel gegen den TV Oyten doch schwer geworden. Zudem sei der Gegner in dem Nachbarschaftsduell „etwas heißer gewesen.“ Unter dem Strich war der Coach der SG aber relativ zufrieden. „Bis zum Saisonstart sind es ja noch vier Wochen. Wir haben uns besser präsentiert als gegen Delmenhorst“, bilanzierte Tobias Naumann.

Eigentlich hätten am Sonnabend fünf Teams in der Pestalozzihalle nach dem Modus Jeder-gegen-jeden testen sollen. Doch Corona hatte dem Veranstalter einen Strich durch die Rechnung gemacht: Fünf Mannschaften mit mehr als 70 Menschen gleichzeitig in einer Halle lassen die Covid 19-Einschränkungen aktuell nicht zu. Schlussendlich verzichteten die HSG Schwanewede/Neuenkirchen und der MTV Groß Lafferde auf die Anreise. Für den TV Oyten war das Turnier hinsichtlich der neuen Saison ein doppelter Test. Schließlich müssen künftig Hygienekonzepte eingehalten werden. Daher wurden Teams und Zuschauer in der Pestalozzihalle voneinander getrennt. Auf der Tribüne waren Maske tragen bis zum Platz und Mindestabstand einhalten angesagt.Fastenau mit Verletzung rausAber es ging eben auch ums Sportliche. In ihrem Auftaktspiel gegen die HSG Nienburg mussten die SG Achim/Baden bereits früh auf Steffen Fastenau verzichten. Für den Rückraummann war die Partie nach zehn Minuten gelaufen. „Steffen hat sich an der Wade verletzt“, erläuterte Tobias Naumann. Da neben Fabian Balke auch Linksaußen Kevin Podien und Neuzugang Luke Pehling im Aufgebot der Achimer fehlten, bildeten Florian Block-Osmers, Tobias Freese, Jan Wolters, Marvin Pfeiffer und Joost Windßus beim Oberligisten die Rückraumreihe. Von Beginn schenkten sich beide Teams nichts. Mit einer knappen Führung (13:12) für die HSG Nienburg ging es in die zweite Halbzeit. Beim 22:20 (48.) und 23:21 (53.) schien der Vorjahresvierte der Oberliga Niedersachsen den Vorsprung über die Ziellinie zu bringen. Doch die Naumann-Crew ließ nicht locker. Eine Minute vor dem Ende traf Tobias Freese per Siebenmeter zum verdienten Ausgleich. „Wir haben in der hektischen Partie die Ruhe bewahrt“, sagte Naumann.

Im zweiten Spiel des Tages brauchte der TV Oyten in seinem Auftaktspiel gegen die Nienburger einige Zeit, um ins Match zu kommen. 1:4 stand es in Minute sieben aus Sicht des Verbandsligisten. Fünf Zeigerumdrehungen vor der Halbzeit war der Rückstand auf sieben Tore angewachsen – 8:15. Youngster Leonard Fischer, Linksaußen Mattis Brüns sowie Rückkehrer Noah Dreyer verkürzten in der Folge auf 11:15. Zu Beginn des zweiten Durchgangs brachte Brüns die Gastgeber sogar auf 15:18 heran. Im weiteren Verlauf geriet der Sieg der HSG Nienburg nicht mehr in Gefahr. Die Weserstädter zogen auf 22:17 (41.) davon und brachten den Erfolg  sicher ins Ziel. „Hinten agieren wir oftmals noch zu passiv und vorne müssen wir den Ball besser laufen lassen“, sprach Lars Müller-Dormann die Unzulänglichkeiten im Spiel seiner Mannschaft an.


Noah Dreyer (blaues Trikot) traf mit den "Vampires" auf seine alte Teamkollegen aus Achim. (Björn Hake)

Das abschließende Kreisduell zwischen der SG Achim/Baden und dem TV Oyten war dann ein spannendes. Das 2:1 durch Achims Hendrik Budelmann drehten zweimal Robin Hencken sowie Timo Blau in eine 4:3-Führung zugunsten der „Vampires“ (6.). Als Tobias Freese für die SG zum 12:9 getroffen hatte, schien der Favorit sich abzusetzen zu können. Doch der TVO blieb dran. Über 12:11 – Bastian Tellermann hatte für Oyten per Konter verkürzt – ging es mit einer 16:15-Führung für die Achimer in die Pausenbesprechung. Linkshänder Anton Zitnikov zeichnete für den letzten Treffer des TVO in Halbzeit eins verantwortlich.

Nach Wiederanpfiff ging die Anfangsphase der zweiten 30 Minuten zunächst an die Oytener. Nach einem Treffer von Mattis Brüns war die Führung zwischenzeitlich wieder zu den Gastgebern gewandert – 19:18. Schlussendlich hatte Achim aber den längerem Atem. Als Budelmann zehn Minuten vor dem Ende zum 27:23 getroffen hatte, war die Partie entschieden. Beim Schlusspfiff betrug der Abstand drei Treffer zugunsten des Oberligisten.

Trotz der beiden Niederlagen hatte Lars Müller-Dormann bei den Auftritten gegen die höherklassigen Gegner gute Ansätze gesehen. Im Derby gegen die SG Achim/Baden habe bei seiner Truppe die Mentalität gestimmt, lobte Müller-Dormann: „Am Ende verlieren wir etwas den Faden und jeder hat noch eine gute Idee. Das gilt es abzustellen.“ Für Naumann waren die Ergebnisse zweitrangig. Gegen den TVO habe er etwas mehr ausprobiert als gegen Nienburg, erklärte Naumann: „Wir haben nicht verloren, einen Schritt nach vorne gemacht und nehmen ein gutes Gefühl mit in die Trainingswoche.“

Quelle: Achimer Kurier  -  Autor: Jürgen Prütt

06.09.2020, 16:09 Uhr Presseberichte