Für den TV Oyten beginnt der Existenzkampf

Keine Punkte für das neue Trainer-Duo



Jana Kokot ging in der Offensive voran. Nach 60 Minuten schaute aber auch die achtfache Torschützin des TVO enttäuscht drein. (Björn Hake

Oyten.)Der Teamgeist versprühte Optimismus, von den Rängen kam eine lautstarke Unterstützung und die Abwehrleistung durfte sich ebenfalls sehen lassen. Doch diese drei Aspekte haben den Handballerinnen des TV Oyten am Sonntagnachmittag nicht geholfen. Sie verpassten im Heimspiel gegen den SC Alstertal-Langenhorn den zweiten Sieg der Saison 2019/2020. Die Gäste aus Hamburg siegten mit 25:23 (12:10). Mit einem Erfolg hätten die „Vampires“ in der Tabelle ein wenig Boden gutmachen können. Doch nach der siebten Niederlage im achten Spiel steht fest: Für den TV Oyten hat jetzt der Existenzkampf in der 3. Liga Nord nun endgültig begonnen.

Die Partie stand aber nicht nur im Zeichen des Abstiegskampfes. Sie war zudem von der Premiere des neuen TVO-Trainerduos Marc Winter/Lars Müller-Dormann geprägt, das die Nachfolge von Jörg Leyens angetreten war. Darüber hinaus standen einige Spielerinnen im Kader, die eigentlich im Oberliga-Team der „Vampires“ auflaufen. Die beiden erfahrenen Coaches, die zudem die 1. Herren und die männliche A-Jugend des TV Oyten betreuen, hätten ihr neues Team liebend gern in ihrem ersten Spiel zu einem Erfolgserlebnis geführt. Doch das sollte ihnen verwehrt bleiben. Der Grund für die Niederlage war ziemlich schnell auszumachen: Die Offensivleistung der „Vampires“, sie war am Sonntag dann doch recht überschaubar geblieben. Es waren etliche Abspielfehler, die sich die Gastgeberinnen im Aufbauspiel leisteten. Häufig wurde der Ball auf einfache Art und Weise in die Arme der gegnerischen Abwehr gespielt, die offensiv in der Pestalozzihalle auftrat.Überzeugende Anfangsphase„Wir haben uns die ganze Woche intensiv auf die Deckung von Alstertal vorbereitet“, sagte Winter. Doch er musste während der 60 Minuten schnell feststellen, dass eine taktische Besprechung und das Spielen gegen eine offensive Deckung zwei völlig verschiedene Dinge sind. Es war vor allem die vorgezogene Spitze, die das Aufbauspiel der Winter-Sieben immer wieder störte. Allerdings deutete sich dieses Problem für den TV Oyten erst nach der Anfangsphase an. In dieser trat der Drittletzte nämlich stark auf. Es war förmlich zu spüren, dass durch den Trainerwechsel ein neuer Wind im Team wehte. Darüber hinaus präsentieren sich die „Vampires“ in der Abwehr stark verbessert. Die Handschrift von Defensiv-Spezialist Lars Müller-Dormann war zu erkennen. Durch die gute Deckungsarbeit kamen die Oytenerinnen auch ins Tempospiel und gingen in der zwölften Minute mit 6:2 in Führung. Den sechsten Treffer des TVO markierte Linksaußen Marielle Wolf.In der Folge wurden die schnellen Gegenstöße der Gastgeberinnen jedoch zu einer Rarität, weil der Ball in der Deckung nun nicht mehr erobert wurde. Der SC Alstertal-Langenhorn ging zunehmend in die Nahtstellen der TVO-Deckung, um möglichst einen Siebenmeter zu erzwingen. Mit Erfolg: Scala verkürzte zunächst auf 5:6 – die Treffer resultierten allesamt aus Strafwürfen vom Strich – und ging dann selbst in Führung (7:6.). Der TV Oyten glich danach noch einmal aus, musste aber doch mit einem knappen Rückstand zur Kabinenbesprechung gehen.

Aus der Pause kam die Sieben von Winter und Müller-Dormann mit viel Schwung. Sie erwischte wieder den besseren Start, um dann aber – analog zum ersten Durchgang – wieder abzubauen. Angetrieben von den Zuschauern kamen die Oytenerinnen aber erneut zurück. Groß war der Jubel, als Jana Kokot die Gastgeberinnen mit 19:18 in Führung brachte (48.). „Da dachte ich, dass das Spiel endgültig in unsere Richtung kippt“, gestatte Marc Winter einen Einblick in seine Gedankenwelt. Doch der Trainer sollte sich irren. Sein Team gab das Spiel wieder aus der Hand, weil in der Offensive zu viele Fehler gemacht worden sind. Scala drehte die Begegnung ein weiteres Mal, machte den Auswärtssieg aber erst Sekunden vor Schluss perfekt.

Nun steht der TVO weiterhin mit zwei Pluspunkten da. Schwarzmalen wollte Marc Winter die Lage aber nicht. „Natürlich ist das Selbstvertrauen bei uns nicht groß. Aber wir haben die Halle abgeholt. Das war wichtig.“ Um den Existenzkampf erfolgreich zu gestalten, hofft Marc Winter, dass der Kader noch mit erfahrenen Spielerinnen verstärkt wird. Gespräche sollen nun geführt werden. Denn die 3. Liga, sie soll mit aller Macht gehalten werden. Marc Winter ging nach Spielende schon einmal mit Optimismus voran: „Wir schaffen das".

Quelle: Achimer Kurier - Autor: Florian Cordes

25.11.2019, 00:31 Uhr Presseberichte