Einschwören auf den Ernstfall

Die Drittliga-Frauen des TV Oyten reisen nach Dänemark, um sich dort auf die Saison einzuschwören.

  

Ob Leistungsträgerin Jana Kokot bis zum Saisonstart einsatzbereit ist, ist derzeit noch mit einem Fragzeichen versehen. (Björn Hake)

Oyten. Ein Monat bleibt den Handballerinnen des TV Oyten noch. Ein Monat bleibt noch, um topfit für den Saisonstart und den Ernstfall in der 3. Liga zu sein, in der das Team nach seinem einjährigen Abstecher in den Westen nun wieder in die Nordstaffel zurückkehrt. Damit die körperlichen Grundvoraussetzungen passen, wird derzeit viel trainiert – und auch gereist. Coach Jörg Leyens war jetzt mit seiner Mannschaft in Dänemark, um dort ein dreitägiges Trainingslager abzuhalten.

Die Reise nach Nordeuropa bildete den bisherigen Höhepunkt der laufenden Vorbereitung. Zum einen ging es in Tondern darum, sich sportlich weiterzuentwickeln. Andererseits sollte während der drei Tage der ohnehin schon große Teamgeist des TV Oyten noch weiter gestärkt werden. Es galt, sich in Tondern auf den Ernstfall in der 3. Liga einzuschwören.

Dass die Laune in Dänemark ziemlich gut war, bezeugen einige Bilder, die die „Vampires“ nach ihrer Rückkehr nach Deutschland bei Facebook veröffentlicht haben. „Dass eine Mannschaft noch näher zusammenrückt, ist ja auch immer ein Ziel eines Trainingslager. In diesem Bereich wollten wir uns noch weiter verbessern, denn anstrengend sind solche Tage ja ohnehin“, sagt Jörg Leyens. Und das sei definitiv gelungen.

Sportlich verliefen die Tage in Dänemark ebenfalls recht positiv. Zu dem sportlichen Programm gehörten auch zwei Testspiele: Gegen den ambitionierten Oberligisten TSV Altenholz gewann der TV Oyten knapp. Darüber hinaus traf man auf den Zweitligisten TSV Nord Harrislee. Der Favorit setzte sich in dem Duell deutlich durch. Allerdings habe er seiner Sieben in diesem Spiel auch die anstrengenden Tage angemerkt. Außerdem habe der TSV den wesentlich breiteren Kader gehabt.Und genau dieser Aspekt bereitet Jörg Leyens dann doch Sorgen: Ihm stehen aktuell nicht alle Spielerinnen im Training zur Verfügung. Dazu gehören auch Patricia Lange und Jana Kokot. Lange, die sich in der Vorsaison eine Knieverletzung zugezogen hat, werde wohl erst mit Beginn der Rückrunde wieder einsteigen können. Kokot plagte sich in der Vergangenheit ebenfalls mit verschiedenen Blessuren – und macht dies zurzeit immer noch. Bei der erfahrenen Kreisläuferin, die zu den wichtigsten Säulen des Teams zählt, hofft Leyens zwar, dass sie zum Saisonstart fit ist, „allerdings steht da doch ein großes Fragezeichen hinter.“Wenn es Mitte September für den TVO los geht, ist die Leyens-Truppe gleich gefordert. Denn das Auftaktprogramm hat es in sich. Der Deutsche Handballbund hat den „Vampires“ einen ziemlichen straffen Start auferlegt. Die Saison eröffnet Oyten mit einem Heimspiel: Der TSV Wattenbek ist am 15. September in der Pestalozzihalle zu Gast. In der Vorsaison belegte der TSV den fünften Rang. In der Saison 2017/2018, als der TVO vor seinem Ausflug in den Westen in der Nordgruppe spielte, gewann Oyten beide Vergleiche gegen den Klub aus Schleswig-Holstein. Eine Woche später steht das erste Auswärtsspiel beim Vorjahres-Achten SV Henstedt-Ulzburg an.

Danach wird es für Oyten keinesfalls einfacher. Das Gegenteil dürfte der Fall sein: Denn es warten an den Spieltagen drei und vier zwei Mannschaften, die in der Vorsaison zum Kreis der absoluten Topteams der 3. Liga Nord zählten.

Am Tag der Deutschen Einheit gastiert der aktuelle Vizemeister der Nordstaffel, HSG Jörl-DE Viöl, in Oyten. Anschließend geht es für die „Vampires“ zum Buxtehuder SV II. Die Nachwuchstruppe des Bundesligisten schloss die Saison 2018/2019 auf Rang drei ab. „Wir wissen gleich zu Anfang, wo es lang geht“, sagt Leyens über das Auftaktprogramm. „Noch haben wir kein genaues Saisonziel formuliert. Aber wir werden jeden Punkt, den wir holen, richtig feiern.“

Derzeit geht der Coach davon aus, dass auf sein Team eine schwierige Spielzeit in der 3. Liga wartet. „Alle wissen, dass ein Abschneiden wie in der letzten Saison, realistisch betrachtet, nicht im Bereich des Möglichen liegt“, sagt Leyens deutlich. In der Weststaffel wurde Oyten ein wenig überraschend Vierter. Dass sich Jörg Leyens betont zurückhält, ist allein der Kadergröße geschuldet. Denn die Spielerinnen, die derzeit die Vorbereitung absolvieren, seien allesamt voll motiviert. Der Wille, das Beste zu erreichen, sei bei allen vorhanden. Und genau das wollen die „Vampires“ in einem Monat und in der darauffolgenden Zeit in den Hallen zeigen.

Quelle: Achimer Kurier - Autor: Florian Cordes

14.08.2019, 16:14 Uhr Presseberichte