Für Winter ist das Limit noch nicht erreicht

Oytens Trainer schreibt sich die Weiterentwicklung der Talente auf die Fahnen

Oyten – Langfristig gesehen soll es für die Herren des TV Oyten mindestens in die Verbandsliga gehen. Schließlich soll den jugendlichen Handballern im Verein eine vernünftige sportliche Perspektive geboten werden. Am Unterbau soll es dabei nicht liegen, denn sowohl die männliche B- als auch die A-Jugend treten kommende Saison beide in der Vorrunde zur Oberliga an. Im folgenden Interview nimmt A-Jugendtrainer Marc Winter Stellung zu seinen Ambitionen, wobei der 52-Jährige in erster Linie die Weiterentwicklung der jungen Talente im Blick hat, um sie auf den Sprung zu den Herren vorbereiten.
Die dritte Qualifikation in Folge für die Handball-Bundesliga wurde verpasst. Wie geht es nun weiter? 

Wir wussten von Beginn an, dass eine erneute Qualifikation nicht leicht werden würde. Aber vielleicht ist es auch ganz gut, dass wir den Sprung nicht geschafft haben. Zumal es ja keinen Sinn macht, wenn wir in der Bundesliga etliche Klatschen kassieren. Für die Weiterentwicklung wäre das sicher nicht gut gewesen. Gut möglich, dass die Oberliga die richtige Klasse für uns ist, da wir dort sicherlich mehr Erfolgserlebnisse feiern können. Aber letztlich will ich auch gar nicht ergebnisorientiert arbeiten, sondern stelle die Weiterentwicklung an die erste Stelle. Wir haben in unserem Kader viele Akteure aus dem Jahrgang 2002, die sich schon enorm weiterentwickelt haben. Zum Beispiel Max Sell. Auch auf unsere Keeper Jonas Lüdersen und Niklas van den Berg ist Verlass. Zudem ist Abwehrstabilisator Leonard Fischer ein schlafender Riese, an dem wir noch viel Freude haben werden.

Was hätte passen müssen, um erneut in der Bundesliga angreifen zu dürfen?

Unser großes Ziel stand von Beginn an unter einem schlechten Stern. Es begann damit, dass der Norddeutsche Handballverband (NHV) unserem eigentlichen Neuzugang Fynn Menne die Spielgenehmigung verweigerte, obwohl der Deutsche Handballbund (DHB) diese gegeben hatte. Mit ihm, der schon einige Wochen bei uns mittrainiert hatte, hätte sich einiges verschoben. Zudem wurde unser torgefährlicher Rückraumakteur Niko Korda bereits im zweiten Spiel der Bundesligaqualifikation von einem Bissendorfer Gegner regelrecht verprügelt und konnte uns lange nicht helfen.

In der gescheiterten Qualifikation stand ihnen Herrentrainer Lars Müller-Dormann helfend zur Seite. Ist das auch in der kommenden Saison geplant?

Lars ist sicher meine sportliche bessere Hälfte. Wir sind ja auch nicht von ungefähr gemeinsam in Oyten angetreten. Doch in der kommenden Saison wird es diese Konstellation nur noch in Einzelfällen geben. Gleichwohl haben wir jedoch geplant, dass wir einen großen Teil der Heimspiele nacheinander austragen wollen. Die Herren als auch die A-Jugend werden in der Vorbereitung und der kommenden Spielzeit viel miteinander trainieren, sodass sich meine Jungs schon eine gewisse Wettkampfhärte aneignen können. Oyten ist ein toll geführter Verein und ist mit den Herren in Verbindung mit seiner A-Jugend ein spannendes Projekt.

Droht nach den Weggängen von Torwart Dino Möller, Linksaußen Jonas Brandenburg oder ganz frisch von Linkshänder Bjarne Niemeyer ein weiterer Ausverkauf?

Rückraumspieler Niko Korda hat ja bekanntlich ein Angebot aus der Bundesliga vom HSV Handball vorliegen. Vielleicht schmieden sie Niko ja ein rundum Sorglos-Paket. Allerdings denke ich, dass es für Niko besser wäre, wenn er das Paket mit Oyten sowie dem Oberligisten SV Beckdorf in Anspruch nimmt. Auch wenn für ihn ein weiteres Jahr in der Bundesliga sicher eine tolle Erfahrung wäre. Allerdings denke ich, dass seine schulischen Anforderungen schon viel Zeit in Anspruch nehmen und auch die Pendelei nach Hamburg ist nicht zu unterschätzen. Gerne würde ich mit Niko weiterarbeiten. Gerade in puncto mentaler Stärke könnte er noch zulegen. Allerdings können wir gewisse Wechsel eben auch nicht verhindern. Daher sollten wir unser Konzept etwas verändern und mehr auf eigene Talente aus unserer B-Jugend setzen. Das haben wir in der Qualifikation mit Bjarne Langner und Marlon Hencken ja schon erfolgreich begonnen.

Der neue Fokus liegt jetzt auf der Vorrunde zur Oberliga?

Natürlich. Mein Blick ist jetzt in erster Linie darauf gerichtet, dass ich die Jungs auf das nächste Level bringe. Denn ich bin überzeugt davon, dass von ihnen noch keiner am Limit ist und traue mir zu, dass ich aus jedem noch etwas herausholen kann. Gleichwohl sollten wir uns noch nach adäquaten Spielern umgucken, wenn wir in der starken Oberliga bestehen wollen. Wir haben sowohl in der Qualität als auch in der Quantität noch Nachholbedarf.

Quelle: Kreiszeitung - Autor: Björn Lakemann
 

06.07.2019, 11:33 Uhr Presseberichte