Mehr Glück im Chaos

Der TV Oyten behält in einer hektischen Schlussphase gegen den 1. FC Köln die Nerven. Nach der Partie gibt Lisa Bormann-Rajes bekannt, dass sie bleibt

  

Nach dem Sieg gegen Köln gab Lisa Bormann-Rajes bekannt, dass sie auch in der neuen Saison in Oyten spielt.

Oyten. Sie war hektisch, spannend und teilweise chaotisch – die Schlussphase im Drittligaspiel des TV Oyten gegen den 1. FC Köln. Die Handballerinnen aus Oyten hatten in den finalen Minuten ein wenig mehr Glück als ihre Gäste aus der Domstadt. Die Folge: Oyten gewann das Spiel – für die „Vampires“ war es das erste ohne die verletzte Denise Engelke – hauchzart mit 29:28 (17:17).

„Es war gegen Ende sicher ein bisschen chaotisch. Es war aber auch schwierig, sich auf die Schiedsrichterinnen einzustellen“, sprach TVO-Trainer Jörg Leyens einige knifflige Entscheidungen der Unparteiischen an, die es jedoch auf beiden Seiten gegeben hatte. Dass es hektisch wurde, hatte laut Leyens aber auch mit anderen Dingen zu tun: „Teilweise haben wir es uns selbst schwergemacht.“ Das hatte zur Folge, dass die „Vampires“ sechs Minuten vor dem Abpfiff mit zwei Toren zurücklagen. Doch der TVO kam noch einmal zurück. Obwohl es zunehmend chaotischer und fahriger wurde, behielten die Gastgeberinnen die Nerven. Mit einem 4:0-Lauf stellte Oyten auf 29:27. Der letzte Treffer der Kölnerinnen kam zu spät. Als er fiel, waren nur noch wenige Sekunden auf der Uhr.

Einen Treffer hob Jörg Leyens nach dem Schlusspfiff besonders hervor – und zwar das 27:27 durch Theresa Otten. „Dieser Treffer war enorm wichtig. Das Tor hatte eine Signalwirkung und war für mich der entscheidende Wendepunkt“, sagte der Coach der „Vampires“. Dass seine Mannschaft nach dem 25:27 noch einmal das Ruder rumreißen konnte, verwunderte ihn nicht, meinte Leyens: „Wir haben immer im Kopf, dass wir ein Spiel noch umbiegen können.“ Dieses Kunststück ist seiner Sieben im bisherigen Saisonverlauf schon mehrmals geglückt. Ein wichtiger Faktor war in der Schlussphase zudem Torhüterin Romina Kahler. In der ersten – sehr torreichen – Halbzeit hielt sie kaum einen Wurf der Gäste. Als es am Ende wichtig wurde, war die Keeperin aber zur Stelle.Der Sieg war jedoch eventuell teuer erkauft. Denn acht Minuten vor Schluss verletzte sich Oytens Patricia Lange am Knie, nachdem sie per Tempogegenstoß das 25:26 erzielt hatte. „Patricia ist weggeknickt. Ich bin kein Mediziner. Aber es sieht nicht danach aus, als wäre es eine Verletzung, die in einer Woche ausheilt“, befürchtet der Trainer eine schlimmere Blessur seiner Kreisläuferin.

Jörg Leyens hatte nach Spielende aber auch eine gute Nachricht zu verkünden: Lisa Bormann-Rajes, die unter anderem vom Zweitligisten SV Werder Bremen heiß umworben wurde, wird auch in Zukunft das Trikot der „Vampires“ tragen. „Sie ist für uns natürlich eine extrem wichtige Spielerin. Wir freuen uns, dass sie bleibt“, meinte Leyens. Dass sie sich doch zum Bleiben entschieden hat, sei vor allem eine Herzensangelegenheit. „Ich habe im Handball ja schon alles erlebt“, sagte die frühere Bundesligaspielerin. „Oyten soll jetzt meine Endstation sein. Außerdem will ich ein Zeichen setzen, damit auch andere Spielerinnen bleiben.“

Quelle: Achimer Kurier - Autor: Florian Cordes

10.03.2019, 21:40 Uhr Presseberichte