Oyten verlangt Flensburg alles ab

Der TV Oyten hat gegen die SG Flensburg-Handewitt lange Zeit gut mitgehalten. Eine erneute Überraschung hat das Team dann aber doch verpasst.

Oyten. Vor eigenem Anhang hat der TV Oyten in der Jugendhandball-Bundesliga schon so einigen großen Klubs alles abverlangt. Vor zwei Wochen wurde bekanntlich der THW Kiel mit 29:25 bezwungen. Am Sonnabend war nun die SG Flensburg-Handewitt zu Gast in der Pestalozzihalle. Und auch der aktuelle Spitzenreiter der Staffel Nord-Ost musste sich mächtig strecken, um seiner Favoritenrolle gerecht zu werden. 38:30 stand es nach 60 kurzweiligen Minuten für den Ligaprimus von der Förde. Zur Halbzeit hatte die von Thomas Cordes trainierte Heimsieben den Gästen ein 17:17 abgetrotzt.

Etwas mehr als acht Minuten waren von der Uhr, da war der Matchplan von Thomas Cordes dahin. Zu diesem frühen Zeitpunkt hatte sein Abwehrchef Timo Blau von den Schiedsrichtern Ruhl und Klages aus Hannover die zweite Zeitstrafe erhalten. Blau spielte fortan nur noch in der Offensive. Da mit Robin Hencken (verletzt) und Joost Sanders (nicht beim Training wegen Krankheit) zwei Alternativen für das Abwehrzentrum fehlten, fanden sich zunächst Leonard Fischer und Niko Korda im Innenblock der 6:0-Deckung wieder. Mitte des ersten Durchgangs stellte Thomas Cordes jedoch um – fortan nahm Mohamed Sibahi Flensburgs Linkshänder Nils Versteijnen an die kurze Leine.

Doch auch dieses taktische Mittel sollte den Gastgebern nicht zum Erfolg verhelfen. „Mit 38 Gegentoren gewinnst du halt kein Spiel“, sprach Thomas Cordes das Manko an. Beim Triumph gegen den THW Kiel war Keeper Matthis Köhlmoos noch einer der Matchwinner. In der aktuellen Partie bekamen sowohl der 18-jährige Rotenburger, der eine Viertelstunde das Tor hütete, als auch Jonas Lüdersen nur selten die Finger an den Ball. Oytens dritter Torwart, Dimo Möller, war zeitgleich für die HSG Heidmark in der Landesliga unterwegs.



Weil Timo Blau früh seine zweite Zeitstrafe bekam, musste Niko Korda (Bild) in den Innenblock der Oytener Abwehr rücken.

Während Oytens Abwehr gegen die mit viel Offensiv-Power ausgestatteten Schleswig-Holsteiner einen schweren Stand hatte, wussten die Gastgeber im Angriff zu überzeugen – allen voran Mittelmann Mohamed Sibahi und Timo Blau. Mit elf Toren, fünf davon per Siebenmeter, war Sibahi bester Werfer der Partie. „Timo hat es in der Kleingruppe im Zusammenspiel mit dem Rückraum gut gemacht“, lobte Cordes seinen sechsmal erfolgreichen Kreisläufer.

Ebenso viele Tore standen am Ende auch für TVO-Rückraumspieler Chris Ole Brandt zu Buche. Brandt wurde von Cordes überwiegend im rechten Rückraum aufgeboten. Auf der ungewohnten Position – etatmäßig ist er als Rechtshänder auf der linken Seite unterwegs – hatte der Rotenburger einige starke Szenen.

Zwar ging die SG Flensburg-Handewitt nach zwei leichten Fehlern der Oytener mit 2:0 in Führung, ab dem 1:2 durch Chris Ole Brandt entwickelte sich dann zur Freude der rund 250 Zuschauer aber eine offene Partie. Als Mohamed Sibahi in der 18. Minute per Siebenmeter getroffen hatte, leuchtete eine Zwei-Tore-Führung für den TV Oyten von der Anzeigetafel: 11:9 stand es zu diesem Zeitpunkt.

In den zweiten 30 Minuten durften die Cordes-Schützlinge bis zum 27:29 (50.) durch Timo Blau auf etwas Zählbares hoffen. Deutlich wurde es dann auch deshalb, weil Bälle von Kilian Tiller, Bjarne Niemeyer und Mohamed Sibahi nur am Pfosten landeten.

„Wir haben erst spät zu unserem Niveau gefunden“. Mit diesen Worten fasste Gäste-Coach Michael Jacobsen die 60 Minuten zusammen. Derweil hatte Thomas Cordes kein schlechtes Spiel seiner Mannschaft gesehen. Cordes: „Wir brauchen uns nichts vorzuwerfen. Wir haben gegen ein Top-Team der Liga 50 Minuten lang mitgespielt. Am Ende muss gegen solch einen Gegner dann aber alles stimmen.“

Quelle: Achimer Kurier - Autor: Jürgen Prütt

03.03.2019, 22:09 Uhr Presseberichte