Last-Second-Punkt für Oytens A-Jugend

Spannender hätte die Partie des TV Oyten nicht enden können: In der letzten Sekunde lässt Max Borchert Oyten jubeln und versetzt die Gäste des 1. VfL Potsdam 1990 in eine Schocksta

Oyten. Die Spieler des 1. VfL Potsdam 1990 strecken jubelnd die Arme in die Lüfte. Exakt acht Sekunden sind noch auf der Uhr. Sie haben den Ball, nachdem Oytens Mohamed Sibahi an ihrem Torwart gescheitert war und führen mit einem Tor. Was soll da schon passieren? Die Entscheidung ist gefallen. Doch falsch gedacht. Es folgt das, womit keiner der rund 150 Zuschauer in der Oytener Pestalozzihalle mehr rechnet. Die Potsdamer, die sich ihres Sieges sicher sind, bugsieren nach ihrer letzten Auszeit den Ball ins Seitenaus. Timo Blau reagiert geistesgegenwärtig, schnappt sich schnell den Ball und lupft ihn zu seinem Cousin Max Borchert. Und dieser wuchtet den Ball eine Sekunde vor der Schlusssirene zum 29:29 (17:14) ins Netz. Grenzenloser Jubel auf der einen Seite, blankes Entsetzen auf der anderen. Auch wenn es für den TV Oyten ein glücklicher Punktgewinn war: Das Unentschieden war ein gerechtes Ergebnis in einem guten Bundesligaspiel.



Purer Jubel: Max Borchert avancierte zum Punktretter des TV Oyten.

Er sei mächtig stolz auf seine Truppe, atmete Oytens Coach Thomas Cordes nach der dramatischen Schlussphase erleichtert durch: „Wir sind für unseren großen Kampf belohnt worden, endlich haben wir einmal keine größeren Einbrüche gehabt.“ Cordes hatte gegen die körperlich weit überlegen Potsdamer Niko Korda, Mohamed Sibahi und Max Borchert in den Rückraum beordert. Den Gegner auf einer Seite binden und dann mit den flinken Spielern die Vorteile im Spiel Eins-gegen-eins nutzen – das sei der Plan gewesen, erläuterte Oytens Coach. Und der sollte aufgehen. Besonders Niko Korda lieferte eine ganz starke Vorstellung ab. Was der Rotenburger auch machte, es hatte Hand und Fuß. Elf Treffer gingen demnach auf Kordas Konto, sieben davon zumeist durch verdeckte Schlagwürfe aus der zweiten Reihe. Die anderen vier erzielte er per Siebenmeter. Ein weiterer Aktivposten agierte bei den Nachwuchs-„Vampires“ auf der rechten Seite im Rückraum und hieß Max Borchert. Zehn Treffer hatte der Linkshänder den Potsdamern am Ende eingeschenkt.

Von Beginn an schenkten sich beide Teams nichts. Nach dem Treffer zum 1:0 (3.) durch Max Borchert wechselte die Führung bis zum 6:6 mehrfach von der einen auf die andere Seite. 15 Minuten waren gespielt, da führte der TV Oyten mit 10:7. Wiederum hieß der Torschütze Max Borchert. Mit dem gleichen Abstand ging es in die Pause. Nach Wiederanpfiff waren zunächst wieder die Gäste am Drücker. Vier Minuten waren in Halbzeit zwei gespielt, da folgte das schönste Tor der Partie. Erzielt wurde es von Suana Jardel. Potsdams Linksaußen traf per Kempa-Trick zum 18:18. Im weiteren Verlauf hielt Oyten dagegen. Ganze zweimal lag der 1. VfL Potsdam in Führung – beim 22:21 in der 44. Minute und kurz vor Schluss. Lukas Hopp hatte die Gäste im Spiel gehalten. Fünf seiner sieben Tore erzielte der Linkshänder in Halbzeit zwei. Immer nach dem gleichen Muster: aus der zweiten Reihe oben links in den Winkel.  Man würde jetzt nicht nur den einen Punkt, sondern auch ein gutes Gefühl mit in die Pause nehmen, erklärte Thomas Cordes. Sechs Zähler haben die Oytener auf dem Konto und damit fünf weniger als der aktuelle Gegner auf Rang sechs. Dieser würde am Ende der Serie zum direkten Klassenerhalt reichen.

Aber soweit will Oytens Trainer nicht denken. Im Lager des TVO freut man sich zunächst auf das Derby gegen die SG HC Bremen/Hastedt. Der Nachbarschaftsrivale aus Bremen wird am 3. Februar in der Pestalozzihalle erwartet.

Quelle: Achimer Kurer - Autor: Jürgen Prütt

10.12.2018, 08:36 Uhr Presseberichte