Oytens A-Jugend beraubt sich der eigenen Stärke

Die A-Jugend-Handballer des TV Oyten lassen beim unnötig deutlichen 21:32 gegen den SC Magdeburg den Kampfeswillen vermissen.

Oyten. Eigentlich sieht das in der Oytener Pestalozzihalle immer anders aus, wenn die A-Jugend-Handballer des TV Oyten in der Bundesliga antreten. Große Stimmung, großer Einsatz, großer Wille – diese Attribute sind eigentlich immer vorhanden beim Underdog der Liga. Doch nicht so beim Spiel gegen den SC Magdeburg. Ein etwas blutleerer Auftritt endete mit einer deutlichen Niederlage gegen das Spitzenteam, das nicht mit seiner ersten Garde eingereist war – 21:32 (7:12).

Dabei hätte die Sieben von Coach Thomas Cordes in der Anfangsphase für einen ganz anderen Spielverlauf sorgen können. Aufgrund einer starken Deckung ließen die Gastgeber binnen der ersten fünf Minuten lediglich zwei Treffer des favorisierten Bundesliga-Nachwuchses zu. Das Problem: Auf der Habenseite wurde nicht ein einziger Treffer verbucht. Zu hektisch, zu ungenau, mit zu wenig Tempo und zu fehlerhaft agierten die traditionell in Dunkelblau gekleideten Vampires. Insbesondere Keeper Jonas Lüdersen war es zu verdanken, dass der Gast nicht schon frühzeitig Reißaus nehmen konnte. Mehrfach parierte Lüdersen reaktionsschnell in Eins-gegen-eins-Situationen.„Wir müssen mehr brennen“Es dauert bis zur achten Minute, ehe erstmals ein Treffer des TVO bejubelt werden durfte. Dieser, Robin Hencken war der Schütze, war zudem noch ein glücklicher. Doch Magdeburg ließ den Gastgeber im Spiel. Der verpasste es aber, auf Tuchfühlung zu bleiben. Auch, weil die drei ersten Oytener Siebenmeter allesamt vergeben wurden. Zwei davon gingen auf die Kappe von Max Borchert, der insgesamt einen gebrauchten Tag erwischte. Sein eigenes Kopfschütteln bei seiner Auswechslung gegen Ende der ersten Hälfte bestätigte diese Wahrnehmung. Somit leuchtete ein 7:12-Pausenrückstand von der Anzeigetafel. Werden die vergebenen Siebenmeter und die weiteren verworfenen Chancen hinzuaddiert, hätte die Partie eine äußerst ausgeglichene und spannende werden können.


Belebte das TVO-Spiel in Hälfte eins, blieb aber wie die meisten seiner Mitspieler in Halbzeit zwei blass: Mohamed-Aljawaa Sibahi. (Björn Hake)

Wer Besserung im zweiten Spielabschnitt erhoffte, wurde schnell eines Besseren belehrt. Fortan baute Magdeburg seinen Vorsprung sukzessive aus. Immer wieder wusste insbesondere der sprung- und wurfgewaltige Dino Mustafic, wie er die nun auch löchrige Deckung der Gastgeber überwinden konnte. Zudem kassierten die Vampires nun einige Gegentreffer, da sie das Zuspiel an den Kreis nicht zu verhindern wussten. In Minute 42 betrug die Führung der Gäste dann erstmals zehn Tore – 10:20. Dem Oytener Spiel fehlte das Feuer, der Kampfeswille, der Glaube, dem Zweitplatzierten ein Schnippchen schlagen zu können. „Uns fehlte einiges im Spiel. Ich dachte, wir nehmen den berühmten Rückenwind aus Rostock mit. Wir müssen mehr brennen. Warum wir das nicht getan haben, weiß ich gerade auch nicht“, resümierte ein enttäuschter Thomas Cordes.

In Halbzeit eins hatte die Hereinnahme des quirligen Mohamed-Aljawaa Sibahi noch für mehr Dampf im Vorwärtsgang gesorgt. Doch auch er blieb in Halbzeit zwei blass. Für die einzigen Lichtblicke in der Offensive war Robin Hencken zuständig, der sich oftmals per Einzelaktion gegen die Magdeburger Deckung durchsetzen konnte. Entsprechend gingen acht Treffer auf das Konto von Hencken. Doch das genügte beileibe nicht, um den Favoriten ins Straucheln zu bringen. Neben dem mangelnden Feuer fehlte dem TVO auch Fortuna. Ein ums andere Mal landeten Würfe am Pfosten oder an der Latte. Oder, wie in den Minuten 41 und 42, als Timo Blau zweimal aus der eigenen Hälfte den Wurf ins leere gegnerische Tor wagte: Bei Versuch Nummer eins hechtete der von der Bank aufs Feld gesprintete Keeper Janik Patzwald erfolgreich dem Ball entgegen und wehrte ihn ab. Bei Versuch Nummer zwei trudelte der Ball knapp am Pfosten vorbei ins Toraus.

Doch das fehlende Glück war nicht ausschlaggebend für die Niederlage. „Wenn du dir den Arsch aufreißt, dann verteidigst du auch um 20 Prozent besser. Aber den Kampf und den Einsatz haben wir vermissen lassen. In manchen Spielen soll es einfach nicht sein. Ich hoffe, das war so ein Spiel“, schloss Thomas Cordes seine Analyse ab.

Quelle: Achimer Kurier - Autor: Patrick Hilmes

05.11.2018, 13:10 Uhr Presseberichte