Das Beste kommt zum Schluss

Der Sonntagnachmittag war geprägt von Abschieden. Gleich fünf Spielerinnen des TV Oyten sagten dem Klub nach der Partie gegen Buxtehude auf Wiedersehen. Zuvor gewann das Team aber

Oyten. „Ich bin glücklich und zufrieden.“ Mit diesen Worten schloss am Sonntag Sebastian Kohls seine Amtszeit als Trainer bei den Drittliga-Handballerinnen ab. Es war kein Wunder, dass Kohls diese Worte sagte. Denn seine Mannschaft bereitete ihm einen herzlichen Abschied. Gekrönt wurde Kohls‘ Abgang aber mit der Leistung im finalen Saisonspiel gegen den Buxtehuder SV II. Der TV Oyten besiegte das Topteam in der Pestalozzihalle mit 33:29 (19:12). Nach dem Spielende bekam aber nicht nur Kohls ein Präsent. Gleich fünf Spielerinnen wurden nach dem Coup gegen die Bundesliga-Reserve verabschiedet.

Die Abschiedsreden hielt eine Spielerin, die den „Vampires“ auch in der neuen Saison zur Verfügung steht: Kreisläuferin Jana Kokot. „Insgesamt war es eine verkorkste Spielzeit, die aber gar nicht besser hätte enden können“, meinte sie. Damit hatte sie recht. Schließlich belegt der TVO in der Abschlusstabelle Rang sieben, Buxtehude dagegen Rang drei. In Richtung Sebastian Kohls sagte sie, dass es immer großartig gewesen sei, mit ihm zu arbeiten. „Deshalb ist es auch wunderschön, dass wir zum Ende noch einmal diesen Sieg gemeinsam feiern dürfen“, freute sie sich.

In der neuen Saison, wenn Jörg Leyens an der Seitenlinie steht, werden einige Spielerinnen aber nicht mehr zur Verfügung stehen. Vor allem ein Name springt auf der Liste der Abgänge hervor: Jacqueline Nowak, die mit dem TV Oyten viele Höhen und Tiefen erlebt hat. „Mir ist vor allem im Gedächtnis geblieben, als du in der 2. Bundesliga als Torschützenkönigin quasi alles kaputt geschossen hast“, sagte Kokot in Richtung Nowak. Zudem verlassen Kea Drewes (wechselt nach Oldenburg), Victoria Otten, Insa Janßen (beide beruflich nach Hamburg) sowie das große Talent Liv Süchting (Buxtehuder SV) die „Vampires“.



Eine Mannschaft und ihr Trainer: Nach sieben Jahren zieht sich Sebastian Kohls aus dem Drittliga-Team des TV Oyten zurück, um sich wieder im Jugendbereich des Vereins zu engagieren. 

Sie alle bekamen ihre Abschiedsgeschenke, durften sich zuvor aber über einen Sieg freuen, mit dem nur die wenigsten Zuschauer gerechnet haben. Von Anfang an waren die Gastgeberinnen gegen den Favoriten hellwach. Aufgrund einer starken Abwehrleistung und einer gut aufgelegten Torhüterin Romina Kahler lag die Kohls-Sieben bereits zur Pause mit sieben Toren in Führung.

Nach dem Seitenwechsel entwickelte sich ein munteres Spiel. Beiden Mannschaften war anzumerken, dass sie vollkommen befreit aufspielen konnten. Schließlich ging es für beide nur noch um die Ehre. Buxtehude verkürzte den Pausenrückstand zwar, doch der TV Oyten fing sich rechtzeitig wieder und steuerte dann doch dem etwas überraschenden Heimsieg entgegen. Als die Entscheidung quasi gefallen war, wechselte Kohls noch die bärenstarke Kahler aus, damit sich auch Insa Janßen gebührend verabschieden konnte. Die Torhüterin zeigte bei ihrem letzten Einsatz im TVO-Trikot noch ein paar Paraden. Als dann der Abpfiff des letzten Saisonspiels ertönte, fielen sich die Spielerinnen in die Arme. Alle wussten, dass nun die Zeit der Abschiede gekommen war.

Nachdem alle Reden gehalten und Geschenke überreicht worden waren, wurde den Zuschauern die Szene des Tages geboten: Die Mannschaft bildete ein letztes Mal einen Kreis um Sebastian Kohls und fing an zu tanzen und singen: „Super Trainer, super Trainer“, schallte es durch die Halle. Inmitten des Kreises stand ein Erfolgstrainer, der einfach nur glücklich und zufrieden aussah

.Quelle: Achimer Kurier - Autor: Florian Cordes

23.04.2018, 09:24 Uhr Presseberichte