Zeit für Neues

Der TV Oyten und Sebastian Kohls – diese Verbindung besteht nur noch bis zum Ende der Saison. Dann nimmt der Coach freiwillig seinen Hut.

Oyten. In den vergangenen Jahren war es beim TV Oyten stets das gleiche Prozedere: In schöner Regelmäßigkeit hatte der Handball-Drittligist nach Beendigung der Hinrunde die Verlängerung mit Trainer Sebastian Kohls verkündet. In diesem Jahr ist es anders. Nach sieben Jahren wird es auf der Trainerbank des amtierenden Meisters der 3. Liga Nord eine Veränderung geben. Nach dem letzten Saisonspiel am 22. April gegen den Buxtehuder SV II gibt der Coach sein Amt ab. Er habe sich bereits vor dieser Spielzeit gefragt, erklärt Sebastian Kohls, ob er noch ein Jahr dranhängen sollte. Schon Anfang Dezember hat der 41-Jährige dem Vorstand der „Vampires“ seine Entscheidung mitgeteilt. Die Mannschaft wurde vor Weihnachten in Kenntnis gesetzt. Ob der Erfolgscoach dem Klub gänzlich abhandenkommt, ist noch nicht entschieden. „Es ist nicht ausgeschlossen, dass ich mich an anderer Stelle weiter für den TV Oyten engagiere.“ Entsprechende Gespräche würden laufen, fügt Sebastian Kohls an.


Gestenreich wie eh und je am Spielfeldrand. Bereits 2010, als Sebastian Kohls die Geschicke bei den Damen des TV Oyten übernahm, peitschte er seine Spielerinnen an und gab lautstark Anweisungen. (Hans-Henning Hasselberg)

Sebastian Kohls und der TV Oyten – das ist eine Erfolgsgeschichte, die ihresgleichen sucht. Der B-Lizenzinhaber aus Langwedel hatte die erste Mannschaft der „Vampires“ im Verlauf der Saison 2010/11 vom glücklosen Gerd Anton in der damals noch zweigeteilten 2. Bundesliga übernommen. Nach dem dritten Rang in der Drittligaspielzeit 2011/12 holte Sebastian Kohls im darauffolgenden Jahr die Meisterschaft in den Landkreis Verden. Es sollte nicht der einzige Titel in der dritthöchsten deutschen Spielklasse bleiben. In der vergangenen Saison hieß der Champion erneut TV Oyten. Vor seiner Tätigkeit bei den Frauen hatte Sebastian Kohls ebenso erfolgreich mit der A-Jugend des TVO gearbeitet. Allein dreimal wurde der Langwedeler mit der Nachwuchstruppe Norddeutscher Meister. Zudem erwarb der Klub aus dem Verdener Nordkreis unter der Regie von Sebastian Kohls bundesweit einen ausgezeichneten Ruf als Ausbildungsverein für Talente. Mit Jana Kokot (BVB 09 Dortmund) und Lisa Bormann-Rajes (HSG Blomberg-Lippe) glückte zwei Spielerinnen der Sprung in die Bundesliga.

Kohls fällt der Abschied alles andere als leicht. „Der TVO ist zu einer Herzensangelegenheit geworden“, versichert er. Anders als in den vergangenen Jahren hatte Sebastian Kohls jedoch früh Zweifel verspürt, ob er weitermachen sollte. Neben der Dauerbelastung beschäftigten ihn auch Abnutzungserscheinungen. „Eine Reihe von Spielerinnen hat seit der Jugend nur einen Trainer gehabt, vielleicht ist es an der Zeit, dass sie mal etwas anderes kennenlernen“, sagt Kohls, der seinerzeit von der HSG Cluvenhagen/Langwedel zu den „Vampires“ gekommen war. In der aktuellen Saison hinkt der TVO seinen Ansprüchen hinterher. „Nach einem Meisterjahr ist es psychologisch immer schwierig. Aber wir sind deutlich hinter unseren eigenen Erwartungen zurückgeblieben“, zog Kohls nach der 22:33-Pleite im letzten Spiel der Hinrunde beim Buxtehuder SV II eine Zwischenbilanz.


Wohin führt der Weg? Sebastian Kohls nimmt nach dieser Saison als Coach Abschied von den „Vampires“, wird dem Verein aber in anderer Position eventuell erhalten bleiben. (Björn Hake)

Namen möglicher Kandidaten will der TV Oyten nicht kommentieren. „Die Suche läuft auf Hochtouren“, erklärt Matthias Mosel aus dem Vorstand der „Vampires.“ Man wolle in Ruhe einen Kandidaten gewinnen, der zum Verein passt. Bei der Suche nach einem Nachfolger ist auch Michael Hidde involviert, der beim TVO bis vor einem Jahr als Sportlicher Leiter für den weiblichen Leistungsbereich verantwortlich war.

Wenn sich Sebastian Kohls ab dem kommenden Wochenende auf seine persönliche Abschiedstournee begibt, dann wird mit Marielle Juricke wieder eine Spielerin im Aufgebot des TV Oyten auftauchen, die bereits in der Jugend sehr erfolgreich für die „Vampires“ unterwegs war. Studienbedingt hatte sich die 25-jährige Flügelspielerin im Sommer dem TSV Bonn angeschlossen, nun kehrt sie zurück. Vom Spitzenreiter der Regionalliga Nordrhein hat sich Marielle Juricke vor Weihnachten mit einem Sieg verabschiedet. Dreimal war die gebürtige Rotenburgerin beim 20:16 im Spitzenspiel bei Fortuna Düsseldorf erfolgreich. Wann Juricke erstmals wieder für den TVO auflaufen wird, ist indes noch offen. Zunächst, sagt Sebastian Kohls, gelte es, die Freigabe vom DHB abzuwarten.Unterdessen wird Jacqueline Nowak die ersten Spiele der Rückrunde verpassen. Oytens Rückraumlinke wurde vor Weihnachten von Mannschaftsarzt Dr. Matthias Muschol am Knie operiert. Man müsse nun den Heilungsprozess abwarten, erklärt Sebastian Kohls.


Quelle: Achimer Kurier; Autor: Jürgen Prütt

09.01.2018, 15:33 Uhr Presseberichte

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