Momentaufnahme oder Wachablösung?

Handball-Bundesliga der A-Junioren

Die A-Junioren der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg und des TV Oyten verdrängen die SG HC Bremen/Hastedt aus dem Oberhaus. Ist das mehr als eine Momentaufnahme?

Bookholzberg/Oyten. Die SG HC Bremen/Hastedt ist eines der Aushängeschilder in Sachen Jugendhandball in der Region: Regelmäßig kämpft der Nachwuchs um einen der oberen Tabellenplätze, und die A-Junioren maßen sich sechs Jahre lang sogar mit den ganz großen Teams wie den Füchsen Berlin oder dem THW Kiel in der Bundesliga. Doch damit ist vorerst Schluss, die A-Junioren der SG scheiterten in der Relegation und mussten stattdessen mit der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg und dem TV Oyten zwei anderen Teams aus der Region den Vortritt lassen. Für beide Vereine ist es eine Premiere in Deutschlands höchster Jugendspielklasse. Das Gründungsmitglied der Bundesliga (vermutlich) in der Oberliga, die Emporkömmlinge im Oberhaus: Eine Wachablösung oder doch nur eine Momentaufnahme?

HSG-Coach Stefan Buß glaubt an Letzteres. „Von einer Wachablösung kann man nicht sprechen, dafür ist es noch viel zu früh. Vor allem, wenn man bedenkt, dass die Mannschaft der SG nahezu komplett zusammenbleibt. Sie wollen das gemeinsam wieder geradebiegen“, erzählt Buß. Die HSG selbst habe mit zwei oder drei Spielern des HC gesprochen, jedoch ohne Erfolg. Überhaupt ist der Verein nach Buß’ Worten perspektivisch sehr gut aufgestellt. „Der HC kann sicherlich zurückkommen. Jeder Jahrgang ist eigentlich talentiert genug, um das zu schaffen. Bei den Relegationsspielen ist der HC nur arrogant aufgetreten, das hat ihm das Genick gebrochen.“ Anders schaut die Nachwuchsarbeit da schon bei der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg aus: Das Aufstiegsteam gehört zu einem extrem starken Jahrgang, die C-und B-Junioren der HSG sind dagegen eher schwächer aufgestellt. „Erst mal wollen wir die nächste Saison abwarten, dann schauen wir weiter. Die Bundesliga ist für den Verein eine große Chance. Vielleicht zieht die Bundesliga einige jüngere Spieler, also C- und B-Junioren, an. Dann können wir es auch packen, uns länger da oben zu halten“, sagt Buß. Doch der Weg bis dahin, und dass weiß der HSG-Coach, ist langwierig und anspruchsvoll. Ein Weg, den die SG HC Bremen/Hastedt schon vor einigen Jahren eingeschlagen hat. Stefan Buß: „Dort gibt es aber auch ganz andere Möglichkeiten, allein durch die Schule, die die meisten Spieler besuchen. Bereits am morgen steht Handball auf dem Plan. Bis dahin haben wir noch viel zu tun.“

Thomas Cordes, Trainer des TV Oyten, möchte ebenfalls nicht von einer Wachablösung sprechen. „Mit diesem Wort wäre ich vorsichtig. Man muss erst mal abwarten, was passiert. Es ist erst mal nur eine schöne Momentaufnahme.“ Mit den gezeigten Leistungen in den Relegationsrunden haben sich seiner Meinung nach aber sowohl der TV Oyten als auch die HSG einen Platz im Oberhaus verdient.

Und neben der Erfahrung Bundesliga hat der Aufstieg noch weitere Vorteile für Thomas Cordes: Er muss sich keine, beziehungsweise weniger Gedanken darum machen, wie er seinen Kader für die kommenden Saison zusammenstellt. „Es gab, bevor der Aufstieg perfekt war, diverse Angebote von Bundesligisten an meine Spieler. Doch da wir jetzt selber dort spielen, bleiben wir alle zusammen.“ In der Vergangenheit ging schon mal das eine oder andere Talent aus Oyten oder Bookholzberg den Weg nach Bremen, da diese eben in der höheren Klasse spielten.

Angst davor, in der neuen Liga unterzugehen, hat Cordes derweil nicht. Auch nicht, weil seine Schützlinge nun auf die „Großen“ treffen. „Ich weiß nicht, ob die Staffel West sportlich wirklich besser für uns gewesen wäre. Es geht auch nicht so sehr um das Sportliche. Wir treffen nun auf die Teams, deren Namen wir bis jetzt nur aus dem Fernsehen kennen. Und die schicken jetzt ihren Nachwuchs zu uns. Das ist großartig, damit hatte niemand gerechnet“, ist der Oytener Trainer voller Vorfreude. Dass die Bundesliga nun Realität für Oyten und Bookholzberg ist, sei verwunderlich, „aber auch das Resultat harter Arbeit über Jahre hinweg“, betont Cordes. „Wir fahren jetzt die Ernte dafür ein.“

Quelle: Achimer Kurier - Autoren: Patrick Hilmes und Nico Nadig

23.06.2017, 09:42 Uhr Presseberichte

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