Das Ende einer Posse

Marius Brandt und Sascha Kunze treten als Trainerduo beim TV Oyten zurück – Thomas Cordes übernimmt

Oyten. Jetzt ist es offiziell: Marius Brandt und Sascha Kunze sind nicht mehr Trainer des Handball-Landesligisten TV Oyten. Der Vorstand des Vereins teilte am Donnerstagnachmittag mit, dass das Duo seinen Rücktritt erklärt habe. Bis zum Ende der Saison soll Thomas Cordes das Team übernehmen und zum Klassenerhalt führen.

Mit dem Rücktritt von Brandt und Kunze geht eine unruhige Zeit beim TVO zu Ende. Ein Teil der Mannschaft hatte vor dem Auswärtsspiel in Sottrum gegen das Trainerduo revoltiert. Acht Spieler wollten ihre Übungsleiter loswerden. Allerdings scheiterten sie damit am Vorstand, der seinen Übungsleitern den Rücken stärkte. Gegen die Sottrumer standen die acht betroffenen Handballer daraufhin nicht im Kader. Ruhe kehrte dennoch nicht ein: Oytens Spartenleiter Ralf Schulz wollte das Gespräch mit den Aufständigen suchen. Er schloss nicht aus, dass sie eine zweite Chancen erhalten.

Und so kam es dann auch: Eine Woche nach der Partie in Sottrum spielten die „Vampires“ zu Hause gegen den VfL Fredenbeck III. Auf der Trainerbank saßen nun nicht mehr Sascha Kunze und Marius Brandt, sondern Manfred Ellmers. Zudem standen die acht Spieler, die gegen Sottrum nicht berücksichtigt worden waren, wieder im Kader. Von einem Rücktritt von Kunze/Brandt war im Vorfeld der Begegnung nicht Rede.

Doch jetzt brachte der Vorstand Klarheit in die undurchsichtige Angelegenheit. „Den Rücktritt hat der Handballvorstand selbstverständlich akzeptiert. Ausdrücklich möchten wir uns auf diesem Wege für die tolle, engagierte und erfolgreiche Zusammenarbeit der letzten Jahre bei dem Trainerteam Marius Brandt und Sascha Kunze bedanken. Wir wünschen den beiden für die weitere Zukunft alles Gute, viel Erfolg und allerbeste Gesundheit“, heißt es in einer Mitteilung von Ralf Schulz.

Während der Handball-Chef keine Gründe für den doppelten Rücktritt nannte, weil aus diversen Gründen noch keine Aussprache stattgefunden habe, äußerten sich Sascha Kunze und Marius Brandt gegenüber unserer Zeitung schriftlich. Vor gut zwei Jahren habe man mit dem Spartenvorstand und weiteren Aktiven ein Konzept zur Entwicklung des Leistungshandballs – auch für den männlichen Bereich des TV Oyten – erarbeitet, beraten und mit allen Beteiligten abgestimmt, teilten Kunze und Brandt mit. Als gemeinsame Zielsetzung sei damals, auf Wunsch der Führungskräfte, der Aufstieg eines Leistungsteams in die Oberliga Nordsee innerhalb von fünf Jahren vereinbart worden. „Ein ehrgeiziges Ziel – und allen war klar, dass von allen Aktiven enorme Kraftanstrengungen erforderlich sein würden“, erinnert sich Kunze.

Um den erhofften Erfolg einzufahren, sei das Training intensiviert worden. Zudem wurde die Zusammenarbeit mit der männlichen A-Jugend vertieft. Es war laut Kunze und Brandt mit allen Spielern und Abteilungsvorständen vereinbart gewesen, die A-Jugendlichen in den Spielbetrieb der Herren zu integrieren. „Es war jedem Beteiligten klar, dass nicht alle Akteure in jedem Spiel gleiche Spielanteile erhalten können“, erläutert Marius Brandt. Der Erfolg stellte sich zunächst ein. Vergangene Saison gelang der Sprung in die Landesliga.

Nach einem ordentlichen Saisonstart kam es im November 2016 jedoch zu einem Leistungseinbruch. Zudem gingen die ersten sechs Spiele im Jahr 2017 verloren. Es folgten laut der beiden Ex-Trainer intensive Einzelgespräche mit den Spielern: „Der Einsatz in den Spielen ist nach Leistung im Training, dem Willen und der Leistungsbereitschaft erfolgt. Entscheidungen sind transparent gewesen. Im Nachhinein hat sich jetzt leider herausgestellt, dass so mancher Spieler eine offene Aussprache nicht wirklich durchhalten konnte. Die persönlichen Ambitionen einzelner Spieler standen offensichtlich doch im Gegensatz zu gemeinsam gefundenen Lösungen.“ Nach Ansicht von Brandt und Kunze fehlte die Offenheit in der Kommunikation. So sei auch auf ausdrückliche Nachfrage keine Kritik an der Arbeit der beiden Trainer, dem Konzept oder den Trainingsinhalten geäußert worden.

Dann kam es vor der Begegnung in Sottrum zur Revolte, mit der Folge, dass Brandt/Kunze zunächst der Rücken gestärkt wurde. „Erst am 27. März (zwei Tage nach dem Spiel in Sottrum, Anm. d. Red.) wurden wir von der Rolle rückwärts des Spartenvorsitzenden informiert“, erklären die beiden in ihrem Schreiben. Sie seien zudem verwundert, „dass der Spartenvorstand verdecktes Verhalten einzelner Spieler guttiere und nun ohne gemeinsame Beratung neue Ziele für den Herrenbereich ausgebe“. Damit hätten aus Sicht von Brandt und Kunze die Verantwortlichen der TVO-Handballabteilung den Weg der gemeinsamen Arbeit für die erste Herren verlassen. Daher zogen Brandt und Kunze die Konsequenz: Sie traten zurück.

Der Vorstand erklärte indes, dass das Erreichen den Klassenerhalts in der Landesliga das vorrangige Ziel sei. „Zur Realisierung des Gesamtkonzepts ,Herren‘ ist es unumgänglich, so viele Spieler wie möglich zu halten. Damit ist gewährleistet, dass dem aufstrebenden männlichen Jugendbereich kurz- und mittelfristig eine entsprechende Perspektive geboten wird“, teilte Ralf Schulz mit. „Nach diversen Gesprächen mit einzelnen Spielern der ersten Herren-Mannschaft, haben alle Spieler vollumfänglich die Bereitschaft erklärt, sich mit vollem Einsatz der Aufgabe Klassenerhalt zu stellen und damit dem Ziel der Abteilungsleitung angeglichen.“ Aktuell beträgt Oytens Vorsprung auf die Abstiegszone fünf Punkte.

Den Verbleib in der Liga soll nun Interimstrainer Thomas Cordes realisieren. Der Coach war zuletzt für die männliche B-Jugend verantwortlich und übernimmt zur neuen Saison die männliche A-Jugend des TV Oyten. Für den Rest der laufenden Spielzeit wird Cordes zusammen mit Helmut Werner, Koordinator des Oytener Männer-Handballs, das Training leiten und bei den Spielen auf der Bank sitzen.

Quelle: Achimer Kurier - Autor: Florian Cordes

07.04.2017, 15:37 Uhr Presseberichte

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Datum: 16.09.2017
Uhrzeit: 00:00 Uhr
Halle: Pestalozzistraße 10, 28876 Oyten

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