OYTEN(kc). Eine furiose erste Hälfte zeigte Handball-Zweitligist TV Oyten im Auswärtsspiel beim Favoriten SC Greven 09. Nicht von ungefähr führte das Team von Sascha Rajkovic auch verdient mit 12:11. Zu diesem Zeitpunkt war jedoch klar, dass es so wohl nicht weitergehen würde. Mit Jacqueline Reinhold (Platzwunde) und Kim Pleß (Knieverletzung) standen zwei Oytener Aktivposten nach dem Wechsel nur noch bedingt zur Verfügung. Folge: Der TVO wurde letztlich beim 24:32 unter Wert geschlagen.
„Das Ergebnis ist eindeutig zu hoch ausgefallen. Vor allem in der ersten Halbzeit haben wir Greven mehr als Paroli geboten und hätten eigentlich viel deutlicher führen müssen“, sprach Rajkovic von einem ganz starken Auftritt seiner Mannschaft. Und tatsächlich: Ehe sich der Play-Off-Kandidat aus Greven versah, hieß es bereits 0:4 (8.). Kein Wunder, dass sich SC-Trainerin Franziska Heinz bereits zu diesem Zeitpunkt zu einer Auszeit genötigt sah. Die machte sich sogleich bezahlt, denn in der 15. Minute sah sich der TVO beim 5:6 erstmals einem Rückstand gegenüber. Allerdings zeigte sich der Aufsteiger davon völlig unbeeindruckt, bestimmte weiterhin das Geschehen. Und hätten nicht Kim Pleß und Jacqueline Reinhold beim 7:7 binnen kürzester Zeit jeweils einen Siebenmeter vergeben – die Oytener 12:11-Führung wäre wohl noch deutlicher ausgefallen. Hinzu kam, dass Kim Pleß bereits vor dem Wechsel verletzt ausschied. Und als wäre das nicht schon bitter genug, verpasste Grevens Nina Sturmvoll Oytens Toptorschützin Reinhold Sekunden vor dem Ende der ersten 30 Minuten auch noch einen Cut am Auge. „Das waren sicher die beiden spielentscheidenden Szenen“, urteilte Rajkovic.
Zwar stellte sich Reinhold nach dem Wechsel noch zur Verfügung (O-Ton Rajkovic: Das kann ich ihr nur hoch anrechnen), doch die Verunsicherung war klar zu spüren. Bei Kim Pleß reichte es indes zu nicht mehr als einem Versuch, so dass Youngster Miriam Thamm die Rolle der Spielgestalterin übernehmen musste. Rajkovic: „Unter diesen Voraussetzungen war klar, dass wir das hohe Tempo nicht mitgehen können. Dennoch mache ich meiner Mannschaft keinen Vorwurf. Sie hat vorbildlich gekämpft.“ Als sich Greven dann jedoch nach dem 20:19 (44.) auf 24:19 (48.) absetzte, war die Vorentscheidung endgültig gefallen.
Tore TV Oyten: Reinhold (9/3), Züter (6), K. Kruse (4), C. Pleß (2), K. Pleß (1), Müller (1), Thamm (1).
Entnommen aus:
Achimer Kreisblatt vom 01.03.10; Autor: Kai Caspers;