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26.02.10, 13:53 Uhr • Presseberichte
Fahrtkosten des Meistermachers sind dem Zweitligisten zu hoch / Rechtsstreit um Lisa Rajes schwelt weiter
Oyten. Die Wege des TV Oyten und seines Trainers Sascha Rajkovic trennen sich zum Saisonende. Wie Manager Ingo Kruse gestern bekanntgab, konnte sich die Handballabteilung des Frauen-Zweitbundesligisten mit dem in Bremervörde lebenden Serben nicht auf eine Verlängerung seines Vertrages einigen, der nach zweijähriger Laufzeit im Sommer endet.
Kruse musste nicht extra betonen, dass es keine sportlichen Gründe sind, die einer weiteren Zusammenarbeit im Wege gestanden haben. "Sascha hat uns als Last-Minute-Verpflichtung sehr geholfen und ausgezeichnete Arbeit geleistet", betonte der Finanzchef des TVO. Rajkovic war das Kunststück gelungen, nach dem Abstieg aus der 2. Liga 2008 und dem Ausscheiden einiger Routiniers aus dem verbliebenen Mini-Kader eine stabile Einheit zu formen und diese zum sofortigen Wiederaufstieg zu führen. Und Etappenziel zwei, mit einem erneuten Anlauf diesmal den Klassenerhalt in der 2. Liga zu sichern, ist der schwergewichtige Ex-Rückraumrecke des Regionalligisten TSV Bremervörde in dieser Saison schon sehr nah gekommen.
Laut Kruse sind es Kostengründe, die zu einer Trennung im beiderseitigen Einvernehmen geführt haben. Ein wesentlicher Posten waren dabei die vom Verein zu deckenden Fahrtkosten. Die 150 Kilometer zwischen Bremervörde und Oyten wurden von Rajkovic praktisch jeden zweiten Tag zurückgelegt. Kruse gab zu, dass die Auswirkungen der Wirtschaftskrise vor dem TV Oyten nicht Halt machen würden. Nun müsse "zum Wohl des Ganzen" an einer wichtigen Stelle eingespart werden. Da für den 45 Jahre alten Bautechniker der Trainerjob Hauptbroterwerb ist, war es ein Gebot der Fairness, das Gespräch mit ihm zu einem möglichst frühen Zeitpunkt zu führen. Rajkovic soll genügend Zeit bleiben, sich für die kommende Saison eine adäquate Aufgabe auszusuchen.
Der Trainer betonte, dass er den Posten nicht leichten Herzens abtrete. "Es ist sehr schade, weil wir hier eine tolle Mannschaft hatten, auch das zweite Jahr bisher super gelaufen ist und die Unterstützung durch den Vorstand ebenfalls hundertprozentig gegeben war." Er hatte während seines ersten Trainerjahres in Oyten parallel die Frauen des VfL Horneburg trainiert, bei denen er noch im Wort stand. Zuvor hatte er dort auch mit der Männermanschaft des Vereins erfolgreich gearbeitet.

Gericht setzt Frist

Während der TV Oyten sich nun also nach einem neuen Trainer umschauen muss, ist er auf der Suche nach einer wertvollen Ergänzung für die rechte Angriffsseite gestern vielleicht ein Stück weitergekommen. Im Rechtsstreit mit dem Erstliga-Vierten ProVital Blomberg-Lippe um Linkshänderin Lisa Rajes hat das zuständige Arbeitsgericht in Detmold eine dreiwöchige Frist gesetzt, in der die beiden Parteien sich einigen sollen. Die inzwischen 19-jährige Auszubildende in einem Oytener Frisiersalon hatte im Februar 2009 bei Blomberg-Lippe unterschrieben, Monate später aber "aus persönlichen Gründen" einen Rückzieher gemacht. Wegen der Höhe der vom Erstligisten erhobenen Schadensersatzforderung bemühte man den Rechtsweg. Der TV Oyten hofft - um mit der schnellen "Speedy" den rechten Flügel besetzen zu können, aber vor allem im Sinne des Spielpraxis benötigenden Talents - auf eine rasche Lösung des Dauerkonflikts.

Entnommen aus:
Achimer Kurier vom 26.02.10; Autor: Michael Schön;

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