Oyten. Der TV Oyten verfehlte gestern den angestrebten doppelten Punktgewinn beim Tabellenletzten der 2. Handball-Bundesliga Nord der Frauen, dem Rostocker HC. Die Gäste aus dem Landkreis Verden kamen über ein 28:28-Unentschieden nicht hinaus. Dabei hatte die stark spielende Jana Kokot den Neuling zweieinhalb Minuten vor Schluss mit 28:26 in Führung gebracht, nachdem die Gastgeberinnen sich zwei Zeitstrafen eingehandelt hatten.
Damit schienen die Oytenerinnen in dieser bis dahin sehr spannend verlaufenen Begegnung nun alle Trümpfe in der Hand zu haben. Doch sie schafften es nicht mehr nachzulegen. Svea Pinkohs mit einem Siebenmeter und 23 Sekunden vor Schluss Anja Ernsberger sorgten für den schon nicht mehr erwarteten Ausgleich der Hansestädterinnen. Damit hat sich der TVO nicht, wie erhofft worden war, deutlicher von den hinter ihm liegenden Mannschaften absetzen können. Im Gegenteil: Der PSV Recklinghausen besiegte Union Halle-Neustadt mit 32:29 und liegt als Tabellenneunter nun nur noch einen Punkt hinter den Oytenerinnen.
Jacqueline Reinhold war mit 11/3 Toren erneut die wirkungsvollste Angreiferin im Team der Gäste. Auch Julia Züter konnte sich gegen die mit einem körperlich starken Innenblock gesegnete 6:0-Abwehr des Handball-Clubs gut in Szene setzen. Die Kreisläuferin erzielte sechs Treffer und überzeugte auch als Zentralfigur der Deckung. Ein gelungenes Comeback feierte die von ihrer Hochzeitsreise zurückgekehrte Fee Klemmt. Nachdem sie in allen bisherigen Spielen des Jahres gefehlt hatte, hielt sie in Rostock gleich 22 Bälle. Trainer Sascha Rajkovic nahm auf der Torhüterinnenposition keinen Wechsel vor.
Rajkovic war mit der Leistung seiner Mannschaft insgesamt zufrieden, nicht aber mit dem Verlauf der letzten zweieinhalb Minuten. Oyten vergab noch drei Chancen, zweimal verlor die Mannschaft nach Meinung des Serben "unnötig" den Ball, einmal entschieden die Schiedsrichter auf Stürmerfoul. "Wir haben uns in der Schlussphase einfach sehr unclever angestellt und uns damit selbst um den Lohn für eine gute Leistung und sehr harter Arbeit gebracht."
Rostock hatte vor dem gestrigen Spiel zwar erst sechs Punkte auf die Habenseite gebracht, erwies sich vor eigenem Publikum aber als der erwartet schwere und unangenehme Gegner. Das Spielgeschehen wogte hin und her. Zunächst hatten die Rostockerinnen den Vorteil. Sie führten mit 7:4, doch Julia Züter, Kim Pleß und Jacqueline Reinhold (2) wandelten den Drei-Tore-Rückstand in eine Führung um. In einem späten Stadium der ersten Hälfte traf Julia Züter drei Mal in kurzer Folge, sodass sich der Aufsteiger auf 11:15 absetzen konnte.
Doch wirklich Sicherheit brachte das nicht in die Aktionen des Teams um Regisseurin Kim Pleß. Eine Viertelstunde vor Schluss lag Rostock wieder in Führung. Die Mannschaften schenkten sich nichts. Doch ausgerechnet in der für sie kritischsten Situation des ganzen Spiels, mit dem Rücken schon zur Wand, gelang es den Ostseestädterinnen dem Gegner noch einen Punkt abzujagen.
Entnommen aus:
Achimer Kurier vom 08.02.10; Autor: Michael Schön;